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Drei Landkreise wollen mehr Naturschutz - Bund soll Projekte mit Millionen-Zuschüssen ermöglichen

Drei Landkreise wollen mehr Naturschutz - Bund soll Projekte mit Millionen-Zuschüssen ermöglichen

Mehr als zehn Millionen Euro für den Naturschutz: Das wollen die Landkreise Trier-Saarburg, Bernkastel-Wittlich und Birkenfeld vom Bund haben. Sie wollen ein Naturschutz-Großprojekt namens "Bänder des Lebens im Hunsrück" umsetzen.

Es ist wohl noch zu früh, um einzelne Projekte zu nennen. Denn bisher ist noch nicht einmal der Förderantrag abgeschickt worden. Das soll in den kommenden Wochen geschehen. Fest steht hingegen, wo es mehrere Naturschutzprojekte geben soll. Neben dem Truppenübungsplatz Baumholder sind es unter anderem die Ruwer mit ihren Nebenbächen, das Fellerbachtal oder der Höhenrücken von Hoch- und Idarwald. Insgesamt sollen dafür wohl mehr als zehn Millionen Euro investiert werden (siehe Extra). Diese Zahl hat ein Vertreter der Kreisverwaltung Trier-Saarburg genannt.

Die Landkreise Trier-Saarburg, Bernkastel-Wittlich und Birkenfeld wollen beim Projekt "Bänder des Lebens im Hunsrück" gemeinsame Sache machen. Was genau dahintersteckt, sagt Karsten Schultheiß von der Kreisverwaltung Birkenfeld: Ziel sei, einen Biotopverbund vom Flusstal der Nahe über den Hunsrück hinweg bis zum Flusstal der Mosel hin zu optimieren. "Dies ist, deutschlandweit betrachtet, ein einmaliges Vorhaben." Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald soll als zentrales Element in das Biotopverbundsystem eingebunden und seine Biotope aufgewertet werden.

Und wie soll das bewerkstelligt werden? Dazu sagt der Behördensprecher: "Das Naturschutzprojekt soll vielfältige Landschaftselemente im Raum räumlich und funktional verbinden." Ziel sei der Erhalt der Kulturlandschaft. Projektflächen sollen mit Kompensations- und Ökokontoflächen sowie Förderprojekten langfristig zu einem Gesamtkonzept vernetzt werden.

Beim Thema Nationalpark läuten bei einigen Menschen im Hunsrück und im Hochwald die Alarmglocken. Denn sie fürchteten und fürchten wohl auch weiterhin, dass Land- und Forstwirtschaft beeinträchtigt werden könnten. An dieser Stelle heißt es in der mit den beiden anderen Kreisverwaltungen abgestimmten Antwort auf Fragen des TV, dass das bessere Miteinander von land- oder forstwirtschaftlicher Nutzung und Natur gefördert werden solle. "Dies kann beispielsweise eine extensive Beweidung eines sonst zuwachsenden Bachtals oder eine traditionelle Heunutzung einer artenreichen Wiese mit spätem Schnittzeitpunkt sein."

Damit nicht genug: In der Planungsphase wird in einem extern moderierten Beteiligungsprozess mit Vertretern der Land- und Forstwirtschaft, der Kommunen und des Naturschutzes die konzeptionelle Planung erarbeitet. Erst dann werden die Ziele im Rahmen eines Dialogprozesses mit allen Akteuren vor Ort konkretisiert. Sollte der Antrag der drei Landkreise Erfolg haben, wird es wohl noch zwei Jahre dauern, ehe die ersten Projekte konkret werden. Insgesamt werde die Umsetzungsphase vermutlich neun Jahre dauern.Extra

Seit 1979 wurden in Deutschland 77 Naturschutz-Großprojekte mit einer Gesamtfläche von mehr als 3500 Quadratkilometern in die Bundes-Förderung aufgenommen. Die Förderung erfolgt stets anteilig, wobei der Bund in der Regel 75 Prozent der Gesamtkosten trägt. Die restlichen 25 Prozent teilen sich das jeweils beteiligte Land und der Projektträger. Naturschutzgroßprojekte gliedern sich in ein Planungsprojekt mit einer in der Regel dreijährigen Laufzeit und ein Umsetzungsprojekt, mit maximal zehnjähriger Förderung. har