Drittmittelstatistik belegt: Schlechte Zahlen für rheinland-pfälzische Hochschulen

Campus : Rheinland-Pfalz pfui, Cusanus-Hochschule hui

Das Land liegt bei den eingeworbenen Drittmitteln bundesweit auf dem letzten Platz. Die private Einrichtung an der Mosel ist Klassenprimus.

Die Hochschulen in Rheinland-Pfalz haben im Jahr 2017 zwar zehn Millionen Euro mehr an Drittmitteln eingeworben als im Jahr davor. Die Gesamtsumme von 248 Millionen Euro relativiert sich allerdings beim Blick auf die anderen Bundesländer.

Denn wie die aktuellen Zahlen des Statistischen Landesamtes belegen, liegt Rheinland-Pfalz im Bundesvergleich weiterhin auf dem letzten Platz, sofern die Summe betrachtet wird, die je Professur eingeworben wurde. Die durchschnittlich 117 000 Euro entsprechen weniger als der Hälfte des Spitzenreiters Sachsen (236 000 Euro).

Drittmittel sind Einnahmen, die zusätzlich zum regulären Hochschulhaushalt von öffentlichen oder privaten Stellen zu Verfügung stehen. Für die Universität Trier lag dieser Betrag bei 15,2 Millionen Euro, was einer Zunahme von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. „In Trier, so unser Minister vor wenigen Monaten, ist vieles auf einem guten Weg“, sagt Uni-Präsident Michael Jäckel. „Das hören wir gerne und nehmen die ,offizielle Messung’ aus Bad Ems als ein ermunterndes Signal.“

Weniger positiv sind die Zahlen für die Hochschule Trier. Die warb mit  sechs Millionen Euro 27 Prozent weniger Drittmittel ein als im Vorjahr. Das lag nach Aussage von Vizepräsidentin  Gisela Sparmann unter anderem am Ende eines großen Projekts, das in den Vorjahren durch den Qualitätspakt Lehre gefördert worden sei. „Gegenüber 2017 haben sich die Drittmitteleinnahmen verbessert und sind nun wieder nahezu auf dem hohen Niveau der Jahre zuvor“, versichert die Professorin für Umweltplanung/-technik und Informatik.

Die Analyse des Statistischen Landesamtes blickt auch auf die kleineren Bildungs- und Forschungseinrichtungen im Land. Dazu gehört die private Cusanus-Hochschule Bernkastel-Kues.

Diese belegte im Vergleich der Hochschulen für angewandte Wissenschaften bei den Drittmitteln je Professur erneut den ersten Platz. Mit jeweils fast 80 000 Euro (plus 19,6 Prozent) liegt die noch junge Einrichtung deutlich vor den Hochschulen Kaiserslautern (43 000 Euro) und Trier (36 000 Euro).

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