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DRK-Rettungswache in Ehrang öffnet wieder am alten Standort

Nach dem Hochwasser : DRK-Rettungswache in Ehrang wieder in Betrieb

Die Wassermassen am 15. Juli verursachten einen Gesamtschaden von mehr als 500 000 Euro. Auch die Feldküche wurde schwer beschädigt.

Auch das Rote Kreuz in Ehrang ist von den Hochwasserereignissen in Trier-Ehrang stark betroffen. Der Gesamtschaden, der sowohl die Räumlichkeiten des Ortsvereins als auch die Rettungswache betrifft, beläuft sich auf mehr als 500 000 Euro. Aber nunmehr gibt es einen ersten Lichtblick: die DRK-Rettungswache Ehrang hat nach der zwischenzeitlichen Unterbringung in einem Ausweichquartier wieder ihren Betrieb in Ehrang aufgenommen.

Die vielen Wassermassen, die im Lauf des Vormittags des 15. Juli dieses Jahres den Ortskern von Eh-rang überfluteten, drangen auch in die Räume des Roten Kreuzes ein und hinterließen dort ein Spur der Verwüstung und Zerstörung. Fahrzeugtore und Türen wurden eingedrückt. Fahrzeughallen, Büro- und Ruheräume sowie das Materiallager etwa 1,2 Meter hoch überflutet.

Im Gebäude befindliche Fahrzeuge und insbesondere die Feldküche weisen so schwere Beschädigungen auf, dass derzeit noch unklar ist, ob diese mit einem vertretbaren Aufwand wieder instand gesetzt werden können. Dies wird sich erst in den nächsten Tagen bei einem Sachverständigentermin entscheiden.

Die Ehranger Rotkreuzhelfer hoffen, dass es sich nicht um Totalschäden handelt, denn eine neue Feldküche und einen neuen Lastwagen werden sie sich wohl nicht leisten können.

Besonders tragisch ist, dass neben den offiziellen Rotkreuzfahrzeugen auch sieben private Autos von Helfern und Mitarbeitern des DRK überflutet wurden, die sich bereits seit Stunden in Ehrang und Kordel im Hilfseinsatz befanden und damit keine Möglichkeit mehr hatten, ihre Fahrzeuge rechtzeitig in Sicherheit zu bringen.

Vor wenigen Tagen ist nunmehr die Rettungswache Ehrang, die vorübergehend zum DRK nach Schweich ausgelagert worden war, nach Eh-rang zurückgekehrt und hat ihren Betrieb wieder aufgenommen.

Wachenleiter Axel Römer ist sehr stolz auf sein Team, das es in kürzester Zeit geschafft hat, im Ernst- Freichel-Saal des Ortsvereins eine Rettungswache einzurichten und damit die rettungsdienstliche Versorgung im Bereich der Rettungswache Ehrang sicherzustellen.

Auch die Reinigungs- und Aufräumarbeiten in den Räumlichkeiten des DRK-Ortsvereines Ehrang gehen dank des engagierten Einsatzes der vielen ehrenamtlichen Helfer unter Leitung von Bereitschaftsleiter Markus Kratz zügig voran.

Die noch brauchbaren Ausrüstungs- und Ausstattungsteile wurden mittlerweile gereinigt und zwischengelagert. Die Liste dessen, was zerstört wurde, ist lang. Sie reicht von Zelten, über Feldbetten bis zu Sanitätsmaterial und Einmalgeschirr für Notfalleinsätze.

Aber die Ehranger Rotkreuzler lassen sich nicht unterkriegen und sind trotz der schwierigen Situation und der vielen Arbeit, die in Ehrang zu leisten ist, bereits wieder überregional im Einsatz. Ein bis zweimal pro Woche fahren derzeit jeweils vier ehrenamtliche Helfer des DRK Ehrang in das Ahrtal und unterstützen die dortigen Hilfskräfte bei der Verteilung von Lebensmitteln und Hilfsgütern an die Bevölkerung.

„Es wird sicherlich nicht einfach werden, das Ehranger Rote Kreuz wieder auf den Ausrüstungsstand zu bringen, den wir vor der Flutkatastrophe hatten. Dazu brauchen wir externe Unterstützung“, sagt der angereiste DRK-Vorsitzende Wolfgang Reiland.

Eine solche erfährt der DRK-Ortsverein Ehrang derzeit sowohl durch Spenden aus der Bevölkerung, als auch vom DRK-Ortsverein Weingarten e. V., der, nachdem er über die sozialen Medien auf die schwierige Situation der Ehranger Rotkreuzkameraden aufmerksam geworden war, gemeinsam mit der in Weingarten ansässigen Bäckerei Frick eine Spendenaktion für das DRK Ehrang ins Leben gerufen hat. „Eine solche Unterstützung zu erfahren ist einfach toll und hat uns tief bewegt“, sagt Wolfgang Reiland. „Mit so etwas hätten wir nie gerechnet. Wir sind sehr, sehr dankbar für diese Hilfe. Das hilft uns sicherlich weiter.“

Der Wiederaufbau der Rettungswache wird nun über den DRK-Kreisverband Trier-Saarburg e. V. koordiniert, der das Ehranger DRK auf diese Weise entlastet, damit die Ehrenamtlichen sich auf die Einsatzbereitschaft des Katastrophenschutzes konzentrieren können.