"Drogen gibt es auch hier bei uns"

Er hat Bilder von Drogensüchtigen im Kopf, die er nie vergessen wird und möchte mit Halbwahrheiten, die in der Bevölkerung kursieren, aufräumen: der Trierer Staatsanwalt Jörn Patzak berichtet in Vorträgen am 28. Januar in Fell und am 11. Februar in Ruwer von den Gefahren des Drogenkonsums und den Konsequenzen.

 Suchtvorbeugung: Der Trierer Staatsanwalt Jörn Patzak nutzt sein Wissen und seine Erfahrungen, um vor allem junge Leute vor Drogen zu schützen. TV-Foto: Katja Bernardy

Suchtvorbeugung: Der Trierer Staatsanwalt Jörn Patzak nutzt sein Wissen und seine Erfahrungen, um vor allem junge Leute vor Drogen zu schützen. TV-Foto: Katja Bernardy

Fell/Trier. (kat) "Drogen sind kein Problem von Hamburg und Frankfurt", betont Jörn Patzak. "In jedem kleinen Ort kann es Drogen geben." Er weiß, wovon er spricht. Seit acht Jahren ist der 37-Jährige als Staatsanwalt im Betäubungsmittel-Dezernat tätig, zuständig für Prüm, Bitburg und Daun.

Drei Jahre war er zur Generalbundesstaatsanwaltschaft abgeordnet, und unter anderem arbeitet er als juristischer Berater bei dem bundesweiten Modellprojekt "Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumenten - Fred", mit. Er macht keinen Hehl daraus, dass er in den Anfangsjahren seiner Berufstätigkeit völlig überrascht gewesen sei, als er feststellen musste, dass es in seinem ehemaligen Wohnort, einem Vorort von Trier, eine Heroinszene gab. "Drogen darf man nicht nur auf die großen Städte beziehen, auch im ländlichen Raum gibt es sie."

Und es gebe viele Halbwahrheiten und noch mehr Unwahrheiten über den Konsum von Betäubungsmitteln in der Bevölkerung, sagt Patzak.

Schockierende Bilder als Erfahrungen fürs ganze Leben



Etwa, dass man drei Gramm Cannabis straflos haben dürfte. "Stimmt nicht", sagt der Jurist. "Die Staatsanwaltschaft kann von einer Strafverfolgung absehen, aber es ist strafbar", stellt Jörn Patzak klar.

Wenn er von seinem Wissen und Erfahrungen berichtet, schwingt viel Herzblut mit. "Es gibt viele Gründe, warum ich mich auch der Prävention nicht entziehen kann", sagt der Staatsanwalt. Heroinabhängige zu sehen, sei eine Erfahrung für das ganze Leben, führt Jörn Patzak an. Die schockierenden Bilder, "wie weit Menschen durch die Drogen abrutschen können" sowie die Recherche zu einem Buch (siehe Extra) seien der Motor gewesen, auch Präventionsarbeit zu betreiben.

Sein Vortrag "Drogen gibt es überall, auch hier bei uns" steht. Interessierte werden Antworten auf vielfältige Fragen bekommen: Wie sehen Drogen überhaupt aus? Wie wirken sie? Kann man Drogenkonsum erkennen? Wann macht man sich strafbar? Welche Folgen hat das Fahren mit Drogen? Videosequenzen und Fotos werden den Vortrag untermalen.

Am 28. Januar wird Jörn Patzak um 19.30 Uhr in der Alten Schule in Fell sowie am 11. Februar, ebenfalls um 19.30 Uhr, im Pfarrgemeindehaus in Trier-Ruwer viel Wissenswertes rund um das Thema Drogen vermitteln. "Es geht nicht darum, mit erhobenem Zeigefinger dazustehen, sondern ich möchte auf Gefahren hinweisen", sagt der Staatsanwalt.