Druck auf Jury war nicht groß

Idar-Oberstein · "Under Pressure" lautete die Themenstellung beim 44. Deutschen Schmuck- und Edelsteinpreis Idar-Oberstein. Zahlreiche Arbeiten wurden eingereicht, die von der Jury begutachtet wurden. Der TV war dabei.

 Der schönste Stein mit dem schönsten Schliff: In Idar-Oberstein verdient die schönste Arbeit den Schmuckpreis. TV-Foto: Herbert Piel

Der schönste Stein mit dem schönsten Schliff: In Idar-Oberstein verdient die schönste Arbeit den Schmuckpreis. TV-Foto: Herbert Piel

Idar-Oberstein. Unter Druck (so die deutsche Übersetzung) geriet die Jury bei der Begutachtung der eingereichten 75 Arbeiten von 57 Wettbewerbsteilnehmern aus 12 Ländern aber nicht - innerhalb von eineinhalb Stunden standen die Gewinner fest. Gelüftet wird das Geheimnis aber erst am Freitag, 29. November, bei der feierlichen Preisverleihung im Idar-Obersteiner Stadttheater. So viel sei aber schon mal verraten: Wie fast immer, wenn es um die Edelsteinbearbeitung geht, wird die Edelsteinregion dann auf der Bühne vertreten sein. Das gilt auch für den 25. Deutschen Nachwuchswettbewerb für Edelstein- und Schmuckgestaltung, d essen Themenstellung in diesem Jahr "Feel free" (Fühl dich frei) lautete. Hier waren zehn Teilnehmer mit insgesamt 20 Wettbewerbsarbeiten zu verzeichnen, die im Unterschied zum Hauptwettbewerb auch Synthesen nutzen konnten.
Jörg Lindemann, Geschäftsführer des veranstaltenden Bundesverbands, freut sich über die "sehr gute Beteiligung" des in Idar-Oberstein ansässigen Fachbereichs Edelstein und Schmuck der Hochschule Trier.
Doch wie geht eine solche Prämierung vor sich? Jeder Juror darf Punkte für seine Favoriten verteilen. Stücke, die am Ende der ersten Runden ohne "Papperl" bleiben, werden rausgenommen.
Die Schlinge zieht sich zu


Ab etwa Runde drei, wenn nur noch circa 20 von anfangs 57 Arbeiten auf dem Tisch liegen, beginnen sich die Punkte zu häufeln, die ersten Favoriten kristallisieren sich heraus. Dann geht es nicht mehr ganz so schnell: Die Juroren versuchen sich gegenseitig für die jeweiligen Favoriten zu begeistern, gefährdete Arbeiten "auf dem Tisch" zu halten, sie kämpfen.
Runde fünf: Noch acht Arbeiten sind im Rennen. "Die Schlinge zieht sich zu", sagt Veranstalter Lindemann. Und atmet auf, weil ein besonders aufwendiges und fragiles Stück unbepunktet abgeräumt wird. "Wenn ich das hätte mit auf Messen nehmen müssen ..."
Runde sechs: Jetzt liegen nur noch die sechs Preisträgerarbeiten auf dem Tisch, es müssen "nur noch" die Preise und die Belobigungen festgelegt werden. Aber das ist klingt einfacher, als es ist. Immerhin: Eine Arbeit hat es geschafft, von jedem Juror einen Klebepunkt zu bekommen. Schnell hat man sich verständigt: Das soll der Sieger sein.
Dann wird noch ein wenig diskutiert und gefeilscht, aber bald stehen auch die weiteren Preisträger fest. "Das war eine sehr harmonische Runde", bestätigt Oberbürgermeister Bruno Zimmer. Er muss es wissen, ist er als "geborenes Mitglied" der Jury doch seit vielen Jahren dabei. sc

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