DSDS-Casting in Trier: Viele Stimmen, wenig Stimmung
Trier · "Ich möchte Deutschlands Superstar werden!": Für manche ist es ein großer Traum, den Casting-Truck von DSDS zu betreten. Andere sind eher spontan nach Trier gekommen, um ihre Stimme unter Beweis zu stellen.
Für seine Talentshow Deutschland sucht den Superstar (DSDS) startet der Fernsehsender RTL in diesem Jahr sein Casting auf dem Viehmarkplatz in Trier. Ronaldo Speller aus Trier-Kürenz mit Fans. Für die neue Staffel wird erstmals auch außerhalb des deutschsprachigen Raumes nach Talenten gesucht. Die Tour führt durch acht Länder und 49 Städte. TV-Foto: Friedemann Vetter
Foto: Friedemann Vetter
"Let's get loud…", steht auf dem großen blauen Truck, der am Dienstag von 14 bis 20 Uhr alle Blicke auf dem Trierer Viehmarkt auf sich zieht. Doch die Menschenmenge davor ist eher überschaubar, die Stimmung mehr angespannt und konzentriert als ausgelassen.
"Ich bin ganz schön aufgeregt", sagt die 16-jährige Tamara Brunner aus Saarlouis. Seit sie sich erinnern kann, verfolgt sie alle Staffeln der Casting-Show. Sie ist mit einem klaren Ziel angereist: "Ich möchte Deutschlands Superstar werden." Damit alles gut geht, hat sie als Glücksbringer ihren Hund Chester dabei - und ihren großen Bruder.
"Nichts zu verlieren"
Timo hat sich bereits vor fünf Jahren beworben und will es nun noch mal probieren. "Ihre Chancen schätze ich aber deutlich höher ein", sagt er mit einem Seitenblick auf seine Schwester. "Bei mir steht es eher fünfzig zu fünfzig, während ich bei ihr auf 80 Prozent tippen würde."
Die Ambitionen des 20-jährigen Gartenlandschaftsbauers sind nicht so hoch wie die seiner Schwester: "Ich mache einfach mal mit, ich habe ja nichts zu verlieren", lacht er. Auch Wetten können ein Motivationsgrund für das Vorsingen sein. Der 17-jährige Francesco Bruno aus dem saarländischen Dudweiler hat von der Mutter seiner Freundin 50 Euro versprochen bekommen, wenn er eine Runde weiterkommt.
Mit seiner Gitarre und dem Song "Cello" von Udo Lindenberg und Clueso möchte er die Jury, die aus RTL-Experten besteht, überzeugen. Die Castingtour für die zwölfte Staffel DSDS führt durch acht Länder und macht in 49 Städten Halt. Jeder zwischen 16 und 30 Jahren kann sich bewerben.
Einige haben bereits zum Ende der letzten Staffel eine Anmeldung abgeschickt. Andere kommen tatsächlich völlig spontan vorbei. Die Registrierung geht schnell. Schlange stehen ist in Trier nicht nötig. Doch dann beginnt das Geduldsspiel. Die Kandidaten sammeln sich in einem Zelt, bis sie an der Reihe sind und einzeln in den Truck gerufen werden. Über eine Stunde warten Familien und Freunde, bis die Bewerber den abgesperrten Bereich wieder verlassen können.
Die meisten kommen mit einem traurigen Gesichtsausdruck zurück. Bis zum Nachmittag konnte niemand auf dem Viehmarkt die Jury überzeugen. Egal, aus welcher Motivation heraus die Kandidaten sich beworben haben, bei einer Absage ist die Enttäuschung groß. Auch Francesco Bruno hat es nicht geschafft. Obwohl er nur wegen der Wette teilgenommen hat, trifft ihn das Urteil der Jury. Nicht nur sein Gesang, auch sein Auftreten wurde kritisiert. Wie alle anderen abgelehnten Bewerber erhält er den Tipp, es im nächsten Jahr wieder zu probieren.