DSL rückt in greifbare Nähe

DSL rückt in greifbare Nähe

Udelfangen darf doch noch auf einen schnellen DSL-Anschluss hoffen: Nach unserer Berichterstattung drang das Engagement der Gemeinde bis in die Telekom-Spitze vor, die eine erneute Überprüfung zusagte.

Trierweiler-Udelfangen. Unsere Berichterstattung zu den Bemühungen der Udelfanger Bürger um einen DSL-Glasfaseranschluss der Telekom ("Ein Dorf ackert für DSL"- TV vom 7. Januar) hat Wellen geschlagen bis in die Chef-Etage des Konzerns. Nun soll DSL kommen, und zwar zu einem Schnäppchen-Preis.

Ihm sei telefonisch signalisiert worden, dass Udelfangen keine Eigenleistungen erbringen müsse und der DSL-Anschluss für einen wesentlich geringeren Betrag als die ursprünglich im Raum stehenden 106 000 Euro eingerichtet werde, sagte Ortsvorsteher Matthias Burg. Ein Telekom-Mitarbeiter habe ihm gegenüber einen Betrag zwischen 3500 und 3700 Euro genannt, so Burg. Die schriftliche Ausarbeitung des Vertrages soll ihm kommende Woche zugeschickt werden.

Durch zugesagte Eigenleistungen beim Ausbau von Gräben für die Kabelverlegung und vertraglich zugesicherten 200 Euro von 70 Haushalten hatten die Kosten zwar auf 56 000 Euro reduziert werden können. Das wäre aber immer noch zu viel gewesen; diesen Eigenanteil hätte die Gemeinde nicht aus Haushaltsmitteln aufbringen können.

Dass das Udelfanger DSL-Engagement bis in die Telekom-Spitze vordrang, liegt am Trie rer Bundestagsabgeordneten Bernhard Kaster (CDU). Kaster, Mitglied im Beirat der Bundesnetzagentur, hatte ohnehin einen Termin mit der Telekom in Bonn und schilderte dem Chef der Festnetzsparte, Timotheus Höttges, die (bis dato vergeblichen) Udelfanger Bemühungen.

Chef der Festnetzsparte zeigt sich beeindruckt



Höttges habe eine Prüfung zugesagt, so Kaster, und sei von dem beispielhaften Engagement der kleinen Eifelgemeinde um einen DSL-Anschluss beeindruckt gewesen.

Nun kann Udelfangen in der Tat darauf hoffen, spätestens im Sommer 2009 einen schnellen Breitbandanschluss zu haben. Wenn es bei rund 3500 Euro Eigenleistung bleiben sollte, werde die Gemeinde diesen Betrag selbstverständlich übernehmen, so Ortsvorsteher Burg. Nächste Woche werde man sicherlich mehr dazu wissen, wie "das kleine Wunder" zustande gekommen ist.

Trierweilers Ortsbürgermeister Matthias Daleiden hofft nun, dass auch die anderen drei Ortsteile möglichst bald DSL-Anschlüsse bekommen. Dabei setzt er auch auf Fördermittel aus dem Konjunkturpaket der Bundesregierung (siehe "Extra").

Meinung

Wo ist da der Haken?

Udelfangen war eigentlich schon weg vom DSL-Fenster. Finanziell sei der Spielraum ausgereizt, hieß es noch vor gut einer Woche bei der Telekom. Nun gab es offenbar Druck von oben, und siehe da: Offensichtlich ist noch jede Menge Luft drin. Der Sprung von mehr als 100 000 Euro für die Anschlusskosten runter auf 3500 Euro ist so gewaltig, dass man sich fast zwangsläufig fragt: Wo ist da der Haken? Man darf auf die Hintergründe gespannt sein. Jedenfalls hätten es die aufopferungsvoll um ihren DSL-Anschluss kämpfenden Udelfanger verdient, dass sie ihr Ziel erreichen. Hoffentlich profitieren auch andere Orte davon. Ein schneller Internet-Zugang dürfte in der heutigen Zeit keine Errungenschaft mehr sein, sondern eine Selbstverständlichkeit. a.follmann@volksfreund.deEXTRA Breitbandstrategie der Bundesregierung: Die Bundesregierung will den Breitbandausbau in Deutschland massiv vorantreiben und Versorgungslücken schließen. Bis spätestens 2010 sollen nicht versorgte Gebiete mit leistungsfähigen Anschlüssen abgedeckt sein. Bis spätestens 2014 sollen für 75 Prozent der Haushalte, bis 2028 für alle Haushalte Anschlüsse mit Übertragungsraten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde zur Verfügung stehen. (alf)

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