Durchhalten unter erschwerten Bedingungen

In der Trierer Paulinstraße prägen seit Jahren leerstehende Ladenlokale das Bild. Geschäfte kommen und gehen und selbst Alteingesessene haben es schwer. Einige Geschäfte spüren die Wirtschaftskrise. Dazu gesellen sich weitere Probleme: Zu wenige Parkplätze, zu wenig Grün.

Trier-Nord. (DQ) "Im Moment herrscht hier totaler Stillstand", ärgert sich Rita Grotowski, seit 25 Jahren Geschäftsinhaberin in der Paulinstraße und engagiert in der dortigen Interessengemeinschaft. "Im Rahmen des Bürgergutachtens wurden so viele Vorschläge gemacht, und nun passiert nichts." Für die in den letzten Jahren zunehmenden Leerstände in der Straße hat sie eine Erklärung: "Wir haben in der Innenstadt ein größeres Angebot, etwa durch die Trier Galerie. Das trifft dann halt die B-Lagen." Hinzu komme die Wirtschaftskrise: "Die Umsätze brechen weg, auch in meiner Branche."

Ute Sadri, die in der Paulinstraße seit 24 Jahren mit einem Second-Hand-Shop vertreten ist, hat ihr Gebrauchtmöbel-Geschäft nach knapp zwei Jahren wieder geschlossen. "Es war einfach zu viel Arbeit, und die Kosten waren zu hoch. Man muss viel verkaufen, um die wieder reinzubekommen." Dennoch fühle sie sich nach wie vor wohl in der Paulinstraße: "Ich denke, dass ich noch ein paar Jahre mitmache."

"Die Paulinstraße hat großes Potenzial"



Seit zehn Jahren erfolgreich in der Paulinstraße ist Frank Hilmes, Mitgeschäftsführer eines Outdoor- und Reiseausstatters. "Wir spüren die Krise eigentlich nicht", sagt er. "Die Leute gehen vielleicht Wandern statt auf Fernreisen, aber sie kommen zu uns." Seit etwa drei Jahren werde das benachbarte Ladenlokal als zusätzliches Schaufenster genutzt. Dahinter - ein weiterer Leerstand. "Die Leerstände und der hässliche Bauzaun gegenüber sind schon ärgerlich", kommentiert Hilmes.

Immer wieder ziehen Geschäftsleute mit ihren Läden innerhalb der Paulinstraße um, so auch Christa Etteldorf mit ihrer kosmetischen Praxis. "Wir sind schon 20 Jahre hier und gut etabliert", sagt sie. "Ich habe mich damals für den Standort entschieden und es nicht bereut." Der Umzug sei durch einen Neubau notwendig geworden.

Im hinteren Teil der Paulinstraße befindet sich seit stolzen 54 Jahren ein Café, gegenüber zwei Leerstände. "Diese Häuser müssten in Ordnung gebracht werden, die Mieten sind zu hoch", meint Café-Inhaber Norbert Greif. Auch die Parkplatzsituation sei schwierig: "Vor ein paar Jahren sind hier zehn Parkplätze weggefallen, das spüre ich heute noch." Ans Schließen seines Cafés denkt er nicht: "Ich zähle, wie viele alteingesessene Geschäftsleute in der Straße, zu den Hauseigentümern. Die haben es leichter, durchzuhalten."

Maria de Jesus dos Santos Duran Kremer (SPD), seit kurzem Ortsvorsteherin von Trier-Nord, will sich für eine Verbesserung der Situation in der Geschäftsstraße einsetzen. "Die Paulinstraße hat großes Potenzial, man muss es konsequent angehen", sagt sie und fordert: "Da ist ein Gesamtkonzept gefragt!"