Durchkreuzt

Das Kreuz - Sinnbild für Leid, Schmerz, Tod, Mühsal, Ungerechtigkeit, Gottverlassenheit. Also: fester Bestandteil unseres Lebens! Da hilft auch kein Abhängen.

Wer offenen Auges in der Welt steht, kommt am Kreuz nicht vorbei. Ein Kreuz zu betrachten heißt, die Welt wie sie ist, die eigene und die der anderen, ernst zu nehmen, sie nicht zu verharmlosen. Das Kreuz durchkreuzt unser Leben mit jedem Schicksal, das wir erleben, mit jeder Ungerechtigkeit und Gewalt, von der wir erfahren. Wir können das Kreuz nicht verneinen, ohne Gefahr zu laufen, gleichgültig gegenüber dem Leid der Menschen zu werden. Als Christen übersehen wir das Kreuz nicht - im Gegenteil: Wir nehmen es wahr in all seiner Deutlichkeit. Doch wir blicken durch das Kreuz hindurch, nehmen das Licht wahr aus der Welt jenseits des Kreuzes. Dieses Licht wird uns in der Auferstehung Christi geschenkt. Ein Licht, das das Dunkel erhellt und auch vom Kreuz nicht aufgehalten werden kann, uns Hoffnung gibt und Zuversicht. Ein Licht, das Kraft und Mut gibt, das Kreuz dort anzunehmen und es zu tragen, wo uns nichts anderes übrig bleibt; es anzunehmen, ohne von ihm übernommen zu werden, ohne an ihm "hängen zu bleiben" - weil auch Christus nicht an ihm hängen geblieben ist. Eine Kraft, die möglich macht, dass einer des anderen Last mitträgt. Ein Licht, das uns die Kreuze in der Welt sichtbar werden lässt, aber auch hilft, deren Ursachen zu bekämpfen und das Kreuz so zu einer "Lebensnot-wendigen" Erinnerung werden lässt.Markus Leineweber Kolumne Glaube im Alltag