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Edgar Wallace machte ihn bekannt

Heimat-Geschichte : Edgar Wallace machte diesen Trierer bekannt

Vor 100 Jahren wurde der Film- und Fernsehschauspieler Arthur Binder in Trier geboren. Der vielseitige Künstler wirkte unter anderem in mehreren Kultklassikern mit.

Im Verlauf der 1960er-Jahre haben die deutschsprachigen Verfilmungen der britischen Edgar-Wallace-Kriminalromane zahlreiche Zuschauer ins Kino gelockt. Mit ihren Auftritten in der erfolgreichen Filmreihe wurden die Stammschauspieler Heinz Drache, Eddi Arendt, Klaus Kinski, Joachim Fuchsberger und Siegfried Schürenberg berühmt. Darüber hinaus förderten die legendären Kultklassiker auch die Bekanntheit wichtiger Nebendarsteller. Zu diesen zählt insbesondere der von der Mosel stammende Künstler Arthur Binder.

Der talentierte TV- und Kinofilmschauspieler kam am 23. Februar 1919 in Trier auf die Welt. Zu Beginn seiner beruflichen Karriere arbeitete er als Hörspielsprecher bei verschiedenen Rundfunksendern. So war er in der frühen Nachkriegszeit unter anderem an diversen Radio-Produktionen des Süddeutschen Rundfunks (SDR) beteiligt. Später arbeitete Binder bei den früheren Berliner Sendeanstalten RIAS (Rundfunk im amerikanischen Sektor) und SFB (Sender Freies Berlin).

Neben seinen Hörspielaufträgen nahm der gebürtige Trierer ab 1961 zunehmend Rollenangebote bei deutschen Filmproduktionen an. Zu den ersten Fernsehfilmen, in denen Binder mitspielte, gehören „Das Paradies von Pont L‘Eveque“ und das Ost-West-Liebesdrama „Ninotschka und Peer“. 1963 erhielt er von der Berliner Produktionsfirma Rialto Film seine erste Nebenrolle in der populären Edgar-Wallace-Kinofilmserie. So verkörperte er in „Die Gruft mit dem Rätselschloß“ (mit Harald Leipnitz, Siegfried Schürenberg, Klaus Kinski und Eddi Arendt) die Figur des „Bat Sand“.

Später wurde Binder erneut als Darsteller („Slim“) in der 18. Ausgabe der Edgar-Wallace-Filmreihe („Zimmer 13“, 1964) engagiert. Dabei arbeitete er neben Joachim Fuchsberger, Karin Dor, Eddi Arendt und Hans Clarin mit dem Regisseur Harald Reinl zusammen. Durch seine Rolle des zwielichtigen Schlossverwalters „Grimsby“ im Edgar-Wallace-Klassiker „Der Hund von Blackwood Castle“ (1967) erlangte Binder an der Seite von Heinz Drache, Horst Tappert und Karin Baal größere Bekanntheit. Im selben Jahr erschien er auch in der Rialto Film-Produktion „Rockys Messer“ (1967) auf der Kinoleinwand. Außerdem stellte er sein künstlerisches Talent bei den Dreharbeiten der beiden Edgar-Wallace-Streifen „Der Mönch mit der Peitsche“ (1967) sowie „Der Mann mit dem Glasauge“ (1969) unter Beweis. Gegen Ende des Jahres 1969 nahm Binder zudem an der Verfilmung der Krimikomödie „Die Herren mit der weißen Weste“ teil.

Neben TV- und Kinofilmfiguren spielte Binder eine Vielzahl von Nebenrollen in Fernsehserien. So war er 1964 in zwei Folgen der Produktion „Der Fall Jakubowski – Rekonstruktion eines Justizirrtums“ im ZDF zu sehen. Im Zeitraum 1966 bis 1968 folgten Auftritte als Gastschauspieler in den TV-Serien „Geheimagent Tegtmeier“, „Von null Uhr eins bis Mitternacht“ und „Spionage – Die Arbeit der Geheimdienste“. In den 1970er Jahren arbeitete Binder als Darsteller bei der Produktion der TV-Reihen „Doppelgänger“, „Sprungbrett“, „Lokaltermin“, „Algebra um acht“ sowie „Der Anwalt“. Bis kurz vor seinem Tod war er überdies an der Verfilmung von einigen Kriminalfällen des ZDF-Formats „Aktenzeichen XY … ungelöst!“ beteiligt. Am 1. Juni 1976 starb der bekannte Edgar-Wallace-Darsteller im Alter von 57 Jahren in München. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Friedhof von Meersburg am Bodensee.