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Egger wird liberaler Spitzenmann

Egger wird liberaler Spitzenmann

Bei der Trierer FDP zeichnet sich ein überraschender Personalwechsel ab: Aller Voraussicht nach wird Thomas Egger, Fraktionschef im Stadtrat, am Freitag beim Parteitag auch zum Parteivorsitzenden gewählt.

Trier. (fcg) Thomas Egger könnte als eine Art Prototyp des klassischen Schwiegersohns gelten, den sich jede Mutter wünscht. Der Rechtsanwalt, 38 Jahre alt, überzeugt seine Gesprächspartner gerne mit einem sanften Lächeln. Ein Freund großer Worte ist er nicht, jedenfalls auf der kommunalpolitischen Bühne des Stadtrates und seiner Ausschüsse oder in den Gremien der Stadtwerke (SWT). Seine Aussagen sind kurz und prägnant, er formuliert messerscharf - weshalb man ihm allgemein gerne zuhört und sein Wort Gewicht hat.Am kommenden Freitag dürfte Egger im Hotel Deutscher Hof die nächste Sprosse der politischen Karriereleiter erklimmen. Die Landtagsabgeordnete Stefanie Lejeune, 41, ist zwar noch bis April 2009 als FDP-Kreisvorsitzende gewählt, stellt ihren Posten aber vorzeitig zur Verfügung. "Das ist ein Problem der Termine", begründet sie. Sie sei als Abgeordnete in Mainz in diversen Ausschüssen aktiv ("Wir sind ja keine riesige Fraktion"), jetzt komme auch noch der zeitraubende Untersuchungsausschuss in Sachen Arp-Museum hinzu. Es sei ihr freier, wohl überlegter Entschluss gewesen, noch Stadtratsmitglied und Beisitzerin im Bezirksvorstand zu bleiben, aber nicht mehr Kreisvorsitzende.Damit läuft am Freitag alles auf Egger hinaus. Jedenfalls hat er sich bereit erklärt, den Parteivorsitz zu übernehmen. Seine Wahl dürfte mangels weiterer Kandidaten nur eine Formsache sein. "Wenn ich's jetzt nicht mache, mache ich's gar nicht mehr", sagt Egger auf TV-Anfrage.Thomas Egger wird, daran gibt es keinen Zweifel mehr, als Spitzenkandidat für die Liberalen in den Kommunalwahlkampf ziehen. Er ist sich bewusst, dass "mehr Arbeit und Präsenz in Bezirks- und Landesgremien" auf ihn zukommen. Doch sein Hauptaugenmerk gilt der lokalen Ebene. Die Themen für die Kommunalwahl steckt er beizeiten ab: "Wir werden sehr genau auf die Personalstruktur im Rathaus schauen." Und die Wirtschaftsförderung, fügt er hinzu, sei "schwierig geworden". Meinung Lejeunes Abschied auf Raten Die Tage von Stefanie Lejeune als (Kommunal-) Politikerin sind gezählt. Das war spätestens klar, nachdem sie sich um den Präsidentenposten des Landessozialgerichts in Mainz beworben hatte. Dass sie jetzt den Parteivorsitz abgibt, ist nur ein weiterer, folgerichtiger Schritt auf der Abschiedstournee. Die neue, unangefochtene Nummer eins der Liberalen in Trier wird Thomas Egger. Diesen Aufstieg hat er sich durch seine sachliche und beharrliche Arbeit im Stadtrat verdient. Allerdings wird auch deutlich, wie dünn das Personaltableau der FDP ist. Ein Problem, das auch die anderen Parteien kennen. f.giarra@volksfreund.de