Eheschließung statt Einquartierung

Trier · Von Rügenwalde nach Trier: Mehr als 1000 Kilometer ist Bruno Bodtke im Laufe seines Lebens umgezogen, immer gen Südwesten. Auf halber Strecke machte er sein Glück: Er lernte Ehefrau Gerlind kennen. Nun konnte das Paar seine diamantene Hochzeit feiern.

Für Lacher sorgt Oberbürgermeister Wolfram Leibe in seiner Ansprache, als er dem Jubelpaar Gerlind und Bruno Bodtke (Bildmitte) versichert: „Zu Ihrer eisernen Hochzeit komme ich gerne, aber zum 100. Geburtstag kann ich es leider nicht versprechen.“ TV-Foto: Dorothee Quaré

Foto: Dorothee Quaré (DQ) ("TV-Upload Quar?"

Trier. Für das besondere Jubiläum war es ein sehr festlicher Rahmen: Gemeinsam mit mehreren Hundert Gläubigen, mit Chorgesang und Orgelspiel feierten Bruno und Gerlind Bodtke in der Neuapostolischen Kirche an der Bitburger Straße ihre diamantene Hochzeit. Auch Oberbürgermeister Wolfram Leibe und der Tarforster Ortsvorsteher Werner Gorges sind erschienen, um dem Paar herzlich zu gratulieren.
Über weite Wege und zahlreiche Stationen hat es Bruno Bodtke nach Trier verschlagen, wo er seit bald 50 Jahren mit seiner Frau lebt. Als Zehnjähriger floh er 1945 aus dem heute polnischen Rügenwalde in die ostdeutsche Lutherstadt Eisleben, wo er das Fleischerhandwerk erlernte. Zwei Jahre später heiratete er seine Frau Gerlind, deren Name sich nur ein wenig erweiterte: von Bode zu Bodtke. Kennengelernt hatte er sie in der Jugend in der Neuapostolischen Kirche. "Wir haben schnell geheiratet, weil man im Einfamilienhaus meiner Schwiegereltern jemanden einquartieren wollte", erinnert sich Bruno Bodtke. "So konnten wir einziehen."
Die Umstände in der DDR behagten dem jungen Paar nicht, so war erneut Flucht angesagt: 1959 über West-Berlin. "Im Durchgangslager Osthofen wurden wir dem Kreis Bad Kreuznach zugewiesen", berichtet Bruno Bodtke.
Mehr als 30 Jahre arbeitete er bei Langnese-Iglo; 1966 wurde er nach Trier versetzt. "Ehrenamtlich habe ich 44 Jahre in der Neuapostolischen Kirche als Diakon und als Priester gedient", ergänzt er. Zehn Jahre lang kümmerte er sich auch um die Datenverwaltung der Kirche.
"Heute genießen wir unseren Ruhestand", freut sich der gerade 80 Jahre alt gewordene Jubilar. Dass das Paar dies noch lange tun kann, wünscht ihm die ganze Familie, darunter die beiden Söhne und vier Enkel.