Ehrenamt hat immer Konjunktur - auch in der Region Trier

Meinung : Ehrenamt hat immer Konjunktur - auch in der Region Trier

Wenn die Wähler am 26. Mai die kommunalen Parlamente, Gremien und Posten neu besetzen, ist vor allem eines gefragt: jede Menge (gutes) Personal. Und zwar fast ausschließlich ehrenamtlich, denn an Hauptamtlichen werden in Trier und Trier-Saarburg diesmal nur zwei Bürgermeister gewählt.

Nun spielt das Ehrenamt bekanntlich in der gesamten Gesellschaft eine tragende Rolle. Was wären Kultur und Sport in der Region ohne unentgeltliches Engagement? Wie wären Brand-, Katastrophen- und Umweltschutz oder Rettungsdienste ohne Freiwillige aufrechtzuerhalten? Ohne politischen Unterbau auf kommunaler Ebene würde das demokratische Haus der Bundesrepublik zusammenstürzen. Und so werden wieder Tausende benötigt, die bereit sind, sich in Gemeinde- und Ortsbeiräte, Verbandsgemeinderäte, den Kreistag und die Stadträte wählen zu lassen. Hinzu kommen Ortsbürgermeister und Ortsvorsteher. Deren Aufgaben sind meist nicht sehr spaßig. Stundenlange Sitzungen, überwiegend trockene Themen, wenig Budget. Kommunalpolitik kann aber auch erfüllend und faszinierend sein: kreativ nach Lösungen suchen, fair um Kompromisse ringen, das eigene Lebensumfeld gestalten.

Reich wird mit Sitzungsgeld oder Aufwandsentschädigung niemand. Es bleibt ein Ehrenamt, und dafür gebührt den Freiwilligen Respekt. Das gilt selbstverständlich und besonders auch für die Mitglieder des Trierer Stadtrats, denn deren Einsatz ist oft sehr zeitaufwendig. Bei aller Anerkennung ihrer Leistung gehört zum demokratischen System auch eine gewisse Kontrolle, wie sie der Landesrechnungshof mit dem Prüfbericht zu teilweise unzulässigen Ausgaben der Fraktionen ausgeübt hat. Daraufhin wurden Richtlinien beschlossen, so dass nun Klarheit herrscht, was Fraktionen über die Stadt abrechnen dürfen. Die Zahlen transparent zu machen, war wichtig, auch im Sinne aller Kommunalpolitiker. Nun kann das Kapitel abgeschlossen und der Blick nach vorne gerichtet werden, auf die großen Themen.    m.hormes@volksfreund.de