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Ehrenamtliche Müllsammler sind unterwegs

Ehrenamtliche Müllsammler sind unterwegs

Hunderte von ehrenamtlichen Helfern sind jährlich im Frühjahr in den Verbandsgemeinden unterwegs, um die Natur von Unrat zu säubern. Der dabei zusammengetragene illegal abgelagerte Müll stammt in der Regel von Menschen, die vor allem Kosten und Zeit sparen wollen.

Waldrach/Kordel/Ralingen. Es ist jedes Jahr das gleiche Bild: Helfer aller Altersschichten sind mit Eimern, Tüten, Stöcken und Handschuhen ausgerüstet und sammeln in der Natur achtlos oder aber auch bewusst abgelegten Müll. Die Palette der Hinterlassenschaften: Neben Autoreifen, unzähligen Flaschen, Verpackungen, Sofas, Elektrogeräten und sogar Aquarien ist jeder erdenkliche Hausrat zu finden.

Ein Beispiel für viele ist die Gemeinde Waldrach in der Verbandsgemeinde Ruwer. Auch dort versammeln sich in jedem Frühjahr Freiwillige, die aufräumen wollen. "Wir können nicht verstehen, dass manche Menschen so gleichgültig sind", ist schon nach zwei Stunden Arbeit in der Gruppe zu hören.

70 Tonnen Müll im Jahr 2010



Die Gesamtkosten, die durch illegale Müllentsorgung im Land entstehen, betragen rund drei Millionen Euro. Elisabeth Hill vom Zweckverband Abfallwirtschaft im Raum Trier (ART) sagt: "Es ist uns ein großes Anliegen, die Anzahl und das Ausmaß der illegalen Abfallablagerungen zu reduzieren." Anscheinend sei vielen Bürgern nicht bewusst, dass sie saftige Bußgelder kassieren können, wenn sie bei Nacht und Nebel ihre Abfälle ablagern (siehe Extra). Dabei werden fast alle Abfälle kostenlos abgeholt.

Rückblickend auf das Jahr 2010 berichtet Hill von mehr als 70 Tonnen gesammeltem Müll in den Verbandsgemeinden (VG) Schweich, Ruwer und Trier-Land. Allerdings sei die Anzahl der Dreck-weg-Tage rückläufig. In diesem Jahr liegen der ART erst sechs Anmeldungen aus den drei Verbandsgemeinden vor. Die Verwaltungen bestätigen die Tendenz. Eduard Müller (VG Ruwer) erklärt: "Mir liegen auch weniger Anmeldungen vor, als in den Vorjahren. Dies kann damit zusammenhängen, dass der Müll schon von den Helfern beim Sammeln nach Abfallkategorien getrennt und bei der ART angeliefert werden muss."

Andere wiederum vermuten, dass immer weniger Menschen Lust verspüren, in ihrer Freizeit den Dreck von Zeitgenossen wegzuräumen. Dazu der Waldracher Bürgermeister Heinfried Carduck: "Als wir vor mehr als zehn Jahren den ersten Dreck-weg-Tag organisierten, nahmen 35 Erwachsene und genauso viele Kinder teil. Im Laufe der Zeit schlief der damalige Elan für solche Aktionen ein."

Noch keine Ermüdungstendenzen gibt es in Kordel. Wie Ortsbürgermeister Medard Roth mitteilt, sammelten an zwei Samstagen von 8 bis 14 Uhr rund 100 Vereinsmitglieder mehr als 20 Kubikmeter Müll ein. Unter anderem wurden unter Federführung des Angelsportvereins sechs Kilometer Kyllufer beidseitig durchkämmt. Bevor der Müll in der Mertesdorfer Deponie abgeliefert wurde, wurden Metalle, Batterien und Autoreifen aussortiert.

Auch in den Ralinger Ortsteilen Wintersdorf, Olk und Ralingen sei die Resonanz auf den Sammelaufruf gut gewesen, meint Ortsbürgermeister Oswald Disch. Es sei unvorstellbar, was alles weggeworfen werde, unter anderem seien ein Fernseher und eine Mikrowelle aufgegabelt worden. An einer Böschung an der B 418 bei Metzdorf hätten die Helfer nicht zum Unrat vordringen können, weil es zu gefährlich war. Disch: "Das geht nur mit Abseilen." Er glaubt, dass der viele Müll, der im Grenzraum zum Eifelkreis abgeladen wird, auch eine Folge davon ist, dass dort für Sperrmüll-Abfuhren bezahlt werden muss, die im Kreis Trier-Saarburg in den Jahresgebühren enthalten sind.

Weitere Informationen: ART, Elisabeth Hill, Telefon 0651/9491240, E-Mail: e.hill@art-trier.de

EXTRA BUßGELD



Gegen Umweltsünder wird ein Bußgeldverfahren eingeleitet. Über die Höhe des Bußgeldes wird im Einzelfall vor Gericht entschieden. Beispiele für die Höhe des Bußgelds: Zigarettenschachteln oder Pappteller: bis zu 26 Euro; Zeitungen, Plastikflaschen, Kartons, Dosen: bis zu 77 Euro; umweltgefährdende Flüssigkeiten über zwei Liter: bis zu 511 Euro; Glas, rostige Nägel, Blech- und Eisenreste: bis zu 102 Euro.dis