Eichenprozessionsspinner Bekämpfung Trier

Eichenprozessionsspinner : Anti-Raupen-Kommando rückt zuerst in Trierer Kitas aus

Die Stadt Trier sagt dem Eichenprozessionsspinner den Kampf an. Die Raupen mit den gefährlichen Haaren werden abgesaugt.

Der mehrwöchige Feldzug der Stadt Trier gegen die Raupen des Eichenprozessionsspinners hat begonnen. „Zuerst sind die Kitas dran”, sagt Christian Thesen vom Amt StadtGrün, „danach kommen die Spielplätze, die Schulen und als Letztes der öffentliche Raum.” Seit zwei Wochen seien die Baumkontrolleure der Stadt unterwegs, um die Raupen aufzuspüren. Das Gefährliche an den Raupen des Eichenprozessionsspinner-Schmetterlings sind ihre giftigen Härchen. Diese können bei Berührung mit der Haut Juckreiz und im schlimmsten Fall Entzündungen hervorrufen.

Die Stadt Trier hat den Forstbetrieb Hertel mit der Beseitigung der Raupen und der weißen Gespinste, die von ihnen gebildet werden, beauftragt. Die Männer, die den Kampf führen, sehen in ihren weißen Schutzanzügen aus wie Astronauten. Bewaffnet sind sie mit einem Spezial-Staubsauger. Ihr Einsatzort am Dienstagmittag ist der Kindergarten „Im Treff” in Trier-Tarforst. Dort ist nicht weit vom Eingang entfernt eine Eiche von den Raupen befallen worden.

Bevor die Forstleute die Schmetterlingslarven absaugen, besprühen sie die befallenen Stellen am Baum mit einem Kleber. Der sorgt dafür, dass die giftigen Haare an der Rinde fixiert werden. Andernfalls könnten sie vom Wind weggetragen werden und würden möglicherweise Menschen gefährden. Auch in einer Böschung zwischen Kita-Zaun und Kohlenstraße werden die Raupenbekämpfer fündig. Eine Straße aus Raupen und Gespinst windet sich hier den Stamm hoch.

Der Spiel- und Aufenthaltsbereich der Kita Im Treff ist nicht befallen. Leiterin Marianne Bieg: „Wir hatten dieses Problem auch schon vergangenes Jahr. Die Kinder sind geschult, sie wissen, dass sie die Raupen nicht anfassen dürfen.” Erleichtert ist die Erzieherin, dass das Sommerfest am  Samstag, 15. Juni, wie geplant stattfinden kann.

Am Dienstagmorgen hatte das Raupen-Räumkommando zunächt die Kita in Kernscheid aufgesucht, nachmittags war die Kita am Weidengraben an der Reihe. Alle städtischen Kitas seien vom Grünamt wegen des Eichenprozessionsspinners angeschrieben worden, sagt  Mitarbeiter Thesen. Betroffene Bereiche sollen gesperrt werden. Demnächst werde man Warnschilder entwerfen, die an den betroffenen Stellen in der Stadt angebracht werden sollen.

Laut Thesen wird das Vorkommen des Eichenprozessionsspinners durch den Klimawandel begünstigt. Noch vor wenigen Jahren seien nur vereinzelte, sonnerverwöhnte Bäume im Süden Triers oder entlang der Mosel und der Bahn betroffen gewesen. Heute seien es Eichen in der ganzen Stadt. Besonders viele Raupenkolonien treffe man in Mariahof, am Mattheiser Weiher und entlang der Zurmaiener Straße an. Seltener seien zusammenhängende Waldbereiche befallen.

Lars Bogdanski, Geschäftsführer des Forstbetriebs Hertel, spricht von einem flächendeckenden Befall in ganz Rheinland-Pfalz. Im vergangenen Jahr hat er 420 Bäume im Auftrag der Stadt Trier bearbeitet. Aber auch in Konz, Schweich sowie in Eifel und Hunsrück rückt sein Raupenbekämpfungskommando aus. Derzeit stehe das Telefon nicht still, so Bogdanski. Allerdings gebe es auch öfter Fehlalarm, wenn der Eichenprozessionsspinner mit der harmlosen Gespinstmotte verwechselt werde.

Ein Forstexperte beim Saugeinsatz gegen den Eichenprozessionsspinner an der Kita „Im Treff” in Trier-Tarforst. Foto: Albert Follmann
Forstexperten beim Einsatz gegen den Eichenprozessionsspinner an der Kita Im Treff in Trier-Tarforst. Foto: Albert Follmann

Der Experte rät dringend davon ab, die Raupen abzufackeln oder ihnen mit einem haushaltsüblichen Staubsauger auf die Pelle zu rücken. Das trage nur zur Verbreitung der toxischen Haare bei. Seine Leute tragen wasserdichte Chemikalien-Schutzanzüge und benutzen spezielle Asbestsauger.

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