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Eifeler Priester soll 30 000 Euro unterschlagen haben

Eifeler Priester soll 30 000 Euro unterschlagen haben

Zwei Wochen nach der Untreue-Beichte des Hetzerather Pfarrers hat die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen den Geistlichen eingeleitet. Der 44-Jährige soll mehr als 30 000 Euro unterschlagen haben.

Hetzerath/Trier. "Wofür hat unser Pfarrer bloß das ganze Geld gebraucht?" Diese Frage beschäftigt derzeit die Menschen in den drei Orten Hetzerath, Rivenich und Sehlem (alle Kreis Bernkastel-Wittlich). Am Wochenende haben die Katholiken dort erfahren, dass ihr Priester jahrelang Geld unterschlagen haben soll - insgesamt rund 31 000 Euro (der TV berichtete). Einem Pfarrverwaltungsrat waren die Unregelmäßigkeiten aufgefallen.
Mit den Vorwürfen konfrontiert, soll der 44-jährige Priester sie zunächst noch von sich gewiesen haben. Schließlich habe er aber eingeräumt, das Geld genommen zu haben, heißt es in Kirchenkreisen.
Seit gestern ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen möglicher Untreue und Unterschlagung gegen den Geistlichen. Die Ermittlungen dürften sich in Grenzen halten, denn wesentliche Vorarbeiten hat das Generalvikariat schon geleistet. "Wir haben den Prüfbericht des Bistums", sagt der Leitende Oberstaatsanwalt Jürgen Brauer. Darin steht, dass das Geld der drei Kirchengemeinden ganz konservativ auf Sparbüchern angelegt ist. "Und es gibt Unterlagen, wer das Geld abgeholt hat", sagt Chef-Ermittler Brauer : der Hetzerather Pastor. Übrigens ein Mann vom Fach. Denn der Geistliche ist gelernter Banker. Erst Anfang der 1990er Jahre wechselte der Spätberufene die Seiten, begann in Lantershofen bei Ahrweiler sein Theologiestudium.
Seit 2005 ist er Pastor von Hetzerath, Rivenich und Sehlem. Besser gesagt: Er war es bis vor zwei Wochen. Bis auf weiteres werde er nicht mehr als Priester eingesetzt, teilte das Bistum mit, ihm werde aber eine andere priesterliche Aufgabe übertragen. "Wir waren alle schockiert, als wir von den Vorwürfen erfahren haben", sagt der Hetzerather Bürgermeister Werner Monzel. "Jetzt fragen sich alle, warum er das Geld genommen hat."
Bislang gibt es nur Gerüchte. Mal heißt es, der Priester habe das Geld einem Verwandten gegeben; ein anderes Mal, der Geistliche sei gerne gereist und habe einen aufwendigen Lebensstil gepflegt. Nun muss der Priester wohl zunächst einen Kredit aufnehmen: Er will die 30 000 Euro noch im November zurückzahlen. sey