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Eifelsteig: Wann wird Wanderweg Butzerbachtal wieder freigegeben?

Teilweise zerstört : Immer noch gesperrt: Wann wird der Wanderweg Butzerbachtal wieder freigegeben?

Er gilt als einer der schönsten Wanderwege in der Region. Der Weg durch das Butzerbachtal zwischen Kordel und Butzweiler. Doch das Hochwasser im Juli 2021 und die Winterstürme haben der Strecke arg zugesetzt. Nun stellt sich die Frage, wie es mit dem Weg weiter geht.

Spätestens in den Osterferien sind die Parkplätze an den beiden Enden des Wegs durch das Butzerbachtal normalerweise oft zu klein. Dann stehen sich die Leute nahezu auf den Füßen auf den Brücken und den engen Stegen. Während des Pandemiefrühlings 2021 musste gar das Ordnungsamt anrücken, weil auf dem rund 800 Meter langen Pfad einfach zu viel los war. Ein Jahr später wird es keine Probleme mit zu vielen Ausflüglern geben. Denn der Weg durch das Waldgebiet ist gesperrt.

Warum ist der Wanderweg durch das Butzerbachtal gesperrt?

Der Grund für die Sperrung liegt einige Monate zurück. Mitte Juli 2021 bahnten sich Wassermassen mit brachialer Macht ihren Weg durch die Täler der Kyll, der Prüm oder der Nims. Und auch der Butzerbach, der in Butzweiler entspringt und in der Nähe der Burg Ramstein in die Kyll mündet, war damals über die Ufer getreten. Dabei ist der beliebte Wanderweg teilweise zerstört worden. Dazu sagt Johanna Fox, Sprecherin der Verbandsgemeindeverwaltung Trier-Land: „Der Natur- und Erlebniswanderweg Butzerbachtal weist ganz erhebliche Beschädigungen auf. So wurden Fundamente von Brücken und Steganlagen unterspült, infolge der extremen Wassermengen kam es zu Erdrutschen. Behinderungen bestehen zudem durch umgestürzte Bäume und beschädigte Geländeranlagen.“

Hört sich nicht gut an. Ist es auch nicht, wie bei einem Ortstermin deutlich zu sehen ist. An der einen Stelle ist eine Brücke einfach weggespült worden, an einer anderen ist ein Baum auf ein Geländer gestürzt. Teilweise haben die Fluten offensichtlich die steilen Hänge abgetragen. Im Flussbett liegt an vielen Stellen Treibholz. Das sind alles deutliche Zeichen für die Wucht, mit der Mittel Juli das Wasser durch das enge Tal gerauscht sein muss.

Im aktuellen Zustand ist es nach Ansicht der Verantwortlichen zu gefährlich, den Weg durchs Tal zu nutzen. Deshalb gibt es eine Umleitung für den Weg, der auch Teil des Eifelsteigs ist. Diese Sperrung hält jedoch nicht alle Wanderer ab. Die Vielzahl von Fußspuren auf dem matschigen, schmalen Pfad entlang des Bachbetts zeigen, dass dort weiterhin viele Wanderer unterwegs sind. 

Wie das Butzerbachtal saniert werden muss

Ehe die Strecke wieder offiziell freigegeben wird, muss offensichtlich noch einiges geschehen. Der Weg muss laut Verbandsgemeindeverwaltung an einigen Stellen umgelegt werden, weil nach Hangrutschen zu steile Böschungen entstanden sind. Eine Steganlage muss zudem komplett erneuert werden. An mehreren Stellen müssen die Geländeranlagen erneuert werden. Weitere Baumfällarbeiten stehen dort an, wo Wurzelteller unterspült worden sind.

Nach der Flut im Juli haben zwar Mitarbeiter des Zweckverbands Forst bereits etliche umgestürzte Bäume entfernt. Doch aktuell liegen weiter mehrere Stämme auf dem Pfad. Sie haben wohl den Stürmen im Februar nicht standhalten können.

Wann wird der Wanderweg Butzerbachtal wieder freigegeben?

Es wird jedoch nicht reichen, die herumliegenden Baumstämme zur Seite zu schaffen. Aktuell bereitet die Verbandsgemeinde Trier-Land die Vergabe von Planungsleistungen an ein Ingenieurbüro vor. Das muss erst einmal die Lage sondieren und klären, welche Arbeiten erledigt werden müssen. Diese müssen anschließend beauftragt und dann auch noch ausgeführt werden. Das dauert. Die Konsequenz: Nach Auskunft von Johanna Fox ist nicht davon auszugehen, dass der Weg durch das Butzerbachtal in diesem Jahr wieder freigegeben wird. 

Wie hoch der Schaden am Weg ist, kann aktuell niemand sagen „Eine detaillierte Kostenermittlung war derzeit noch nicht möglich“, sagt Fox. Prioritär würden Hochwasserschäden im Innerortsbereich der betroffenen Gemeinden in der Verbandsgemeinde abgearbeitet.

Sobald dann feststeht, was alles getan werden muss, damit der Weg wieder gefahrlos gegangen werden kann, stellt sich eine weitere Frage: Wer soll für die notwendigen Arbeiten bezahlen? Die Hoffnung der Verbandsgemeinde Trier-Land: „Bei den Kosten für die Schadensbehebung im Butzerbachtal geht die Verbandsgemeinde von einer Förderung durch die Programme zum Wiederaufbau aus.“ Das Land Rheinland-Pfalz gewährt Kommune Zuschüsse in Höhe von 100 Prozent der förderfähigen Kosten für den Wiederaufbau zerstörter Infrastruktur.

 So sieht es Anfang März 2022 auf dem Wanderweg durch das Butzerbachtal in der Nähe der Burg Ramstein aus.  
So sieht es Anfang März 2022 auf dem Wanderweg durch das Butzerbachtal in der Nähe der Burg Ramstein aus.   Foto: TV/Harald Jansen

Zuletzt in den Jahren 2015/16 investierten Verbandsgemeinde Trier-Land sowie die Ortsgemeinden Kordel und Newel rund 300.000 Euro in den Wanderweg. Einen Großteil der Kosten übernahm damals der Zweckverband Naturpark Südeifel. Die Arbeiten am Weg waren nötig geworden, da unter anderem einige Brückenkonstruktionen nicht mehr sicher waren. Die stammten aus dem Jahr 2000 und waren errichtet worden, nachdem der Weg durchs Tal durch Unwetter zerstört worden war.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Wie es aktuell auf dem Wanderweg im Butzerbachtal aussieht