1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Ein Appell an das Engagement von Jedermann

Ein Appell an das Engagement von Jedermann

Das Thema "Ehrenamt und Bürgerliches Engagement" wird immer mehr zur Herausforderung für das Sozialwesen und deren Einrichtungen. Vor diesem Hintergrund haben die Barmherzigen Brüder Schönfelderhof das Projekt Ehrenamt/Bürgerliches Engagement initiiert.


Zemmer/Schönfelderhof. Seit den 60er Jahren gibt es immer mehr professionelle Hilfe für Probleme aller Art. Dies verändere nach Ansicht der Fachleute das Denken der Gesellschaft. Danach seien nun Einrichtungen wie der Schönfelderhof für psychisch beeinträchtigte Menschen da, denn dort erhielten sie qualifizierte Hilfe. Diese Einstellung bedürfe jedoch dringend einer Änderung, weil der psychisch beeinträchtigte Mensch zum Leben gehöre.
Gemeinsam setzten sich mit diesem Thema nun Vertreter des Schönfelderhofs und der örtlichen Kostenträger auseinander. Die Moderation hatte Franz Fink, Leitung Referat Alten- Behindertenhilfe und Gesundheitsförderung des Deutschen Caritas Verbandes.
"Wir müssen endlich damit aufhören, der Gesellschaft das Alibi zu liefern, ,die vom Schönfelderhof kümmern sich ja schon darum\'. Wir müssen auch bürgerliches Engagement einfordern", so Franz Fink. Albert Mandler, Fachleitung Gemeindepsychiatrische Angebote, ergänzte: "Die demografische Entwicklung und die Teilhabe von psychisch beeinträchtigten Menschen am Leben, ist eine elementare gesellschaftspolitische Frage, die gelöst werden muss. Dies ist bis jetzt noch nicht in der Gesellschaft und in der Gemeinde angekommen".
Hilfe aus dem Gemeinwesen


Die Unterstützung der psychisch beeinträchtigten Menschen müsse in Zukunft auch aus dem Gemeinwesen erwachsen und nicht nur aus einem beruflichen Hilfe- und Unterstützungssystem.
Auch ein Lösungsbeispiel wurde genannt: Angehörige gründen einen Selbsthilfeverein, alle interessierten Bürger werden in die Initiative miteinbezogen. Die ortsansässige Einrichtung der Behindertenhilfe unterstützt sie als Dienstleister - stellt Räume für Sitzungen zur Verfügung oder übernimmt Verwaltungsaufgaben. So würden ehrenamtlich Tätige nicht nur einbezogen, sondern sie übernähmen Verantwortung für sich und andere.
Abschließend bezeichneten alle Teilnehmer die Veranstaltung als wichtigen Impuls für den Schönfelderhof, um das Thema Ehrenamt und Bürgerliches Engagement konzeptionell weiterzuentwickeln.
Ein nächster folgerichtiger Schritt wäre es, interessierte Angehörige von Behinderten für die Gründung eines Selbsthilfevereins zu bewegen. red
.