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Ein Architekt, der das Trierer Stadtbild prägt, Seit er 14 Jahre alt ist, begeistert sich Helmut Roth für Architektur.

Kostenpflichtiger Inhalt: Porträt : Ein Architekt, der das Stadtbild prägt

Seit er 14 Jahre alt ist, begeistert sich Helmut Roth für Architektur. Viele Gebäude in Trier hat er in den 60 Jahren seiner Tätigkeit gestaltet. Zu seinem 80. Geburtstag an diesem Mittwoch erzählt er, warum er weiter arbeiten will.

Gebäude, die Trier unverwechselbar machen, gibt es viele. Die eindrucksvolle Porta Nigra natürlich, das Amphitheater oder die Basilika, die man alle noch aus Hunderten Metern Entfernung ausmachen kann und dann mit Sicherheit weiß: Das kann nur Trier sein. Doch neben diesen historischen sind es oftmals kleinere, für Touristen eher unauffällige Gebäude, die die Stadt prägen. Die breite Glasfront der Pax-Bank an der Weberbach, der von beige-weißen Säulen eingeleitete Eingang zur Commerzbank oder die Löwen Apotheke auf dem Hauptmarkt, die viele schöne Assoziationen weckt (von denen allerdings keine etwas mit Medikamenten oder Medizin gemein haben) – auch diese Bauten mit ihren Verzierungen, Farben und Formen prägen das heutige Stadtbild.

Geplant und gebaut wurden sie, wie unzählige weitere, vom Architekten Helmut Roth. Geboren am 25. März 1940 in Konz, wusste er bereits mit 14 Jahren, worauf er sich die nächsten 66 Jahre seines Lebens fokussieren wollte – die Architektur.

Zehn Jahre nach dem Krieg lag Konz noch immer in Trümmern. Gerade die „unsinnige Zerstörung von bedeutenden Gebäuden“ hat Helmut Roth damals den Wert von Baukunst vor Augen geführt, wie er erzählt.

Es folgten eine Ausbildung zum Maurergesellen, die Roth auch heute noch als „Grundlage für eine solide, fundierte Ausbildung des Studiums zur Architektur“ bezeichnet. 1962 folgte das Studium im Ingenieurwesen. Seit 1965 darf sich Helmut Roth auch „Maurermeister“ nennen. Nicht ohne Stolz – „und auch nicht schlecht“ – leitet er auch heute noch den Bau all seiner Projekte.

Ein Blick auf die moderne Homepage zeigt, dass Kunden ihre Traumhäuser durch einen „Laser-Modelbaucutter“ in Miniaturform begutachten können. Die Arbeit als Architekt, erklärt Roth, bestehe jedoch nicht nur aus dem Anfertigen von Zeichnungen und Modellen. Es müssen auch Genehmigungen eingeholt werden, die finanzielle Umsetzung muss gesichert sein.

Was also hält Helmut Roth noch immer – nach 50 Jahren Selbstständigkeit – im Beruf? „Wenn man weiß, dass man Erfolg hat, ist das Leben leichter“, sagt er. Die vielschichtigen Erfahrungen seines Berufes bereicherten ihn immer noch.  Ans Aufhören denkt er nicht, er ist aktiv wie eh und je: „Wenn es sein muss, nehme ich  auch mal ´nen Hammer in die Hand.“

Seit 2006 teilt er seine Leidenschaft für die Architektur mit seinem Sohn Axel Roth (49), und geteiltes Glück zählt bekanntlich doppelt.