Ein Ass im Tippen

Die Bundesjugendspiele kennt jeder, doch dass es auch ein "Bundesjugendschreiben" gibt, ist weit weniger bekannt: Die Teilnehmer liefern sich einen Wettstreit an der Tastatur des Computers. Nico Nickl aus Trier-Irsch hat dabei gerade den zweiten Platz auf Landesebene belegt.

Trier-Irsch. Von seinem zweiten Platz beim rheinland-pfälzischen Wettbewerb im "Bundesjugendschreiben" erfährt Nico Nickl vom TV. Er ist überrascht, mit seinen erzielten 344 Anschlägen pro Minute auf den zweiten Platz gekommen zu sein. "An guten Tagen schaffe ich bis zu 400 Anschläge", sagt der 21-Jährige aus Trier-Irsch. Damit läge er sogar auf Bundesebene unter den ersten zehn "Tastschreibern" in seiner Altersgruppe. Wer das Tastschreiben beherrscht, also die Fertigkeit, mit zehn Fingern zu agieren, braucht die Bewegung seiner Finger nicht mit den Augen zu kontrollieren. Er schreibt "blind". "Man ist wesentlich schneller als jemand, der nur mit zwei Fingern schreibt", sagt der 21-jährige rheinland-pfälzische Vizemeister. Die "Bundesjugend für Computer, Kurzschrift und Medien im Deutschen Stenografenbund e.V." veranstaltet jährlich Wettbewerbe. In diesem Jahr nahmen fast 20 000 junge Menschen daran teil. Die Vergleiche werden dezentral in den Ländern durchgeführt und von Vereinen und Schulen angeboten. Auf der Landes-Siegerliste für das Tastschreiben ist Trier stark vertreten: Von den ersten 25 Plätzen gehen 18 an Schüler der Trierer BBS für Wirtschaft und der Privatschule Eberhard. Während das Tast- oder auch "Blindschreiben" nach dem Zehn-Finger-System in früheren Zeiten überwiegend von Frauen beherrscht wurde, rücken verstärkt auch Männer in diesen Bereich vor. Eine herkömmliche Schreibmaschine hat Nickl nicht mehr kennengelernt, er war mit 14 Jahren stolzer Besitzer seines ersten Computers. Der tägliche Umgang mit der Tastatur und das ständige Üben verliehen ihm die schnellen Finger. Als er vor zwei Jahren den ersten Unterricht im Tastschreiben an seiner Schule erhielt, lernte er auch die Grundhaltung der Finger an der Tastatur.

Nach dem Motto "Übung macht den Meister" trainiert er seit zwei Jahren vier Mal wöchentlich eine Stunde, um seine Fähigkeiten weiter zu verbessern. Gerne würde sich der Schüler mal bei großen Wettbewerben mit anderen messen. "Bis dahin muss ich aber noch viel üben", sagt er. Denn bei internationalen Veranstaltungen werden bis zu 900 Anschläge geschrieben.