Ein Auge für Softwareprobleme

Ein Auge für Softwareprobleme

Was haben Rudi Völler, Informatik und Software gemeinsam? Richtig, auf den ersten Blick nichts. Doch Stephan Diehl, Professor für Informatik an der Uni Trier, hat die drei miteinander verknüpft. Im Bereich der Softwarevisualisierung macht Diehl mit seinen Mitarbeitern Probleme und Fehler von Software sichtbar. Geholfen hat dabei auch ein Fußballspiel.

Trier. (sthi) Wer kennt das nicht: Der Computer streikt, und die Software zickt. Doch wie kommt es zu diesen Problemen? Wie und wann verändern sich Softwaresysteme oder Computerprogramme? Unter anderem mit diesen Themen setzt sich Stephan Diehl auseinander. Der Professor für Informatik (Spezialgebiet Softwaretechnik) an der Uni Trier beschäftigt sich mit der Entwicklung von Softwaresystemen und stellt diese visuell dar. So lassen sich eventuelle Fehler oder mögliche Probleme erkennen und beseitigen.

Die Darstellung erfolgt entweder in runder oder eckiger Form. "In der runden Darstellung lassen sich die Probleme früher erkennen", sagt Diehl. Die Gründe hierfür liegen in der Ästhetik der Darstellung. Nach Auskunft von Diehl findet die eckige Darstellung wenig Liebhaber. "Die runde Darstellung sieht einfach besser aus. "

Dank dieser Darstellungen können Softwareentwickler mögliche Fehler in Zukunft vermeiden und Zusammenhänge erkennen. Die Visualisierung von Software wird im Rahmen des Projektes Software-Evolution durchgeführt.

Stephan Diehl bezieht seine Studenten in die Forschungsarbeit mit ein. Zur Fußball-Weltmeisterschaft hat er mit seinen Schützlingen einen Visualisierungstest zum Thema Fußball ins Internet gestellt. Anhand eines Fragebogens wurde das WM-Achtelfinale 1990 zwischen Deutschland und den Niederlanden visualisiert. Am Ende des Tests konnten Diehl und seine Mitarbeiter in einem runden Diagramm sehen, wer mit wem wie oft am Ball war. Das Spielgeschehen wurde visualisiert.

Fußball brachte die meisten Testpersonen



Doch für die nächste Teambesprechung von Joachim Löw wird die Softwarevisualisierung nicht eingesetzt. "Der Fußball hat uns durch seine Popularität die meisten Testpersonen gebracht", erklärt Diehl.

Softwareentwickler können sich in Zukunft also auf die Hilfe von Diehl und dessen Mitarbeitern verlassen. So lasse sich Software effizienter entwickeln, und Probleme können mit Hilfe von Diehls Darstellung sichtbar gemacht werden.

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