Ein Baum für jedes Baby

LONGUICH. Die Gemeinde Longuich hat sich etwas Besonderes einfallen lassen, um die "Nachwuchsförderung" zu unterstützen. Zur Geburt eines Babys erhalten Familien 50 Euro. Damit aber nicht genug: Für jeden Säugling wird jetzt ein Obstbaum gepflanzt, dessen Früchte die "Kleinen" später ernten können.

Es herrscht reges Treiben auf der Wiese hinter dem Feuerwehrhaus in Longuich. Familienväter schieben Kinderwagen, während ein Gemeindearbeiter Löcher in die Erde gräbt. Für jedes der 17 Kinder, die in den vergangenen zwei Jahren und bis zum 31. Januar dieses Jahres in Longuich geboren wurden, wird ein Baum gepflanzt. Mona Longen ist das Küken unter der Kinderschar. Sie kam am 22. Januar 2007 zur Welt, schläft friedlich in der Kinderkutsche und bekommt von der Begrüßungsaktion, die von der Freien Wähler-Gruppe Longuich beantragt wurde und jetzt erstmalig stattfand, nichts mit. "Die Aktion ist ein Teil unserer Kinder- und Jugendarbeit", sagte Ortsbürgermeisterin Kathrin Schlöder. Sie nutzte das Zusammentreffen der Eltern, um über einige Vorhaben zu informieren: Im Rahmen des Landesprojektes "Spielleitplanung", das die Kinder und deren Meinungen miteinbezieht, sollen Freizeitmöglichkeiten für Kinder ausgebaut werden. "In Kirsch ist ein Kleinkinderspielplatz in der Planung, und unterhalb des Friedhofs soll ein Spiel- und Freizeitgelände unter dem Aspekt Abenteuerspielplatz entstehen", berichtete die Ortsbürgermeisterin. Auch habe sich die Gemeinde bewusst für das Pflanzen von Obstbäumen mit Hochstamm für die Neugeborenen entschieden, damit die Kinder später dort klettern können und "das Obst vom eigenen Baum klauen können". Dass Kletterbäume Mangelware seien, hätten die Longuicher Kinder, die die Spielleitplanung aktiv mitgestaltet hatten, immer wieder beanstandet. Ebenso wies Kathrin Schlöder auf die kürzlich fertig gestellten Kinder- und Jugendräume hin. Schlöder: "Vielleicht ergibt sich aus diesem Zusammentreffen ja eine Krabbelgruppe, was wünschenswert wäre." Auch Longuichs Weinkönigin Verena I. begrüßte die jüngsten Longuicher Bürger und Bürgerinnen mit ihren Familien. "Ich hoffe, dass die ein oder andere Weinkönigin dabei sein wird, damit diese schöne Tradition der Dorfgemeinschaft weiterlebt", sagte sie, bevor sie die "Großen" mit einem edlen Tropfen verwöhnte. Uwe und Britta Zimmermann waren ein Elternpaar, das zur Baumpflanzaktion gekommen war. Ihre Tochter Anna Maria ist drei Monate, ihr Sohn sechs Jahre alt. "Vielleicht trägt der Baum Früchte, dann hat man einen schönen Bezug dazu", sagt der Familienvater. Auch die junge Mutter Alexandra Zeltinger begrüßt das Engagement der Gemeinde. "So lernt man die Eltern kennen", findet sie.