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Ein besseres Leben für die Kinder am Nil

Ein besseres Leben für die Kinder am Nil

TRIER. (sis) Sie stehen überall: im Buchladen, beim Metzger, beim Optiker, im Blumenladen, beim Friseur und in der Apotheke - kleine getöpferte Pyramiden, die zu einer Spende für die "vergessenen Kinder Ägyptens" aufrufen. Doch wer sind sie, diese "vergessenen Kinder Ägyptens", und wer versucht hier, den Kunden für einen guten Zweck das Wechselgeld zu entlocken?

Die "vergessenen Kinder Ägyptens" sind kranke und behinderte Kinder aus den Dörfern am westlichen Nilufer von Luxor. Die Triererin Hilde Breland betreut diese Kinder seit 1985 und versucht, ihre Lebens-umstände zu verbessern. Dabei kam die Rentnerin eigentlich nur zum Urlaub nach Ägypten, doch berührt vom Elend der Kinder, entschloss sie sich spontan, zu helfen. Heute lebt sie den größten Teil des Jahres in Luxor, wo sie mit ihrer Rente Wohnung und Lebensunterhalt bestreitet und für ihre kleinen Schützlinge Nahrung, Kleidung und medizinische Versorgung organisiert. Dies alles wäre aber nicht möglich, stünde ihr nicht von Trier aus der Verein "Die kleine Pyramide" zur Seite, denn, so räumt sie ein, "mein mitfühlendes Herz allein könnte nichts bewirken". Aus den ursprünglich sieben Mitgliedern, welche die Gemeinschaft 1999 ins Leben riefen, sind heute über 50 geworden. Neben Sammeln von Geld- und Sachspenden, die teilweise von den Mitgliedern persönlich nach Ägypten gebracht werden, liegt ein weiterer Schwerpunkt der Vereinsarbeit auf der Vermittlung von Patenschaften. Wenn Hilde Breland in den Sommermonaten nach Trier zurückkehrt, hat sie stets neue Fotos von Kindern, die einen Paten suchen, im Gepäck. Neben behinderten Kindern handelt es sich dabei vor allem um Kinder verwitweter Mütter, denen mit 25 Euro monatlich eine bessere Lebensqualität gesichert werden kann. Allein 2002 konnte der Verein so 45 Patenschaften vermitteln. Von den aus Trier eingehenden Spendengeldern werden dringend notwendige Operationen finanziert, das Spektrum reicht dabei von Augen-, Herz- und Darmoperationen über Hüftfehlstellungen bis hin zur Krebsbehandlung. Besonders häufig sind auch Mandeloperationen nötig. Meist fehlt das Geld für Antibiotika und Mandelentzündungen werden chronisch, was wiederum das lebensbedrohliche rheumatische Fieber nach sich ziehen kann. Da die Ärzte nur den reinen Aufwand berechnen, kann den kleinen Patienten schon für 35 Euro geholfen werden. Das größte Anliegen des Vereins ist es heute, Geld für die Errichtung eines Therapiezentrums auf dem westlichen Nilufer Luxors zu sammeln, um kranken und behinderten Kindern lange Wege zum Arzt zu ersparen. Das Zentrum soll Platz für mindestens zwei Ärzte bieten, ferner eine Apotheke und Therapieräume umfassen. Außerdem sind Übernachtungsmöglichkeiten für die Familien kranker Kinder vorgesehen. Wenngleich die Umsetzung dieser Pläne wohl Jahre dauern wird, so ist es wichtig, das Grundstück schon jetzt zu erwerben, da die Grundstückspreise stetig steigen. Um seine wichtige Arbeit für bedürftige Kinder in Ägypten ausweiten und auch große Projekte wie das Therapiezentrum verwirklichen zu können, benötigt der Verein "Die kleine Pyramide" Unterstützung: Neben Paten und Spendern werden besonders Menschen gesucht, die bereit sind, sich aktiv einzubringen. Interessenten wenden sich bitte an: Die kleine Pyramide, Ottostraße 21a, 54294 Trier. Spendenkonten: Sparkasse Trier, Kto. 2 266 690, BLZ 585 501 30 und Volksbank eG, Kto. 358 109, BLZ 585 601 03. Weitere Informationen über Hilde Brelands Arbeit in Ägypten finden sie unter: www.luxor-westbank.com/kinder_1.htm