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Ein bewegtes gemeinsames Leben zwischen Rumänien und Trier

Ein bewegtes gemeinsames Leben zwischen Rumänien und Trier

Seit 60 Jahren sind Agneta und Stefan Lederer miteinander verheiratet, vor mehr als 30 Jahren kamen sie gemeinsam von Siebenbürgen in Rumänien an die Mosel. Zum Ehrentag gratulierten die Beigeordnete Simone Kaes-Torchiani und der Biewerer Ortsvorsteher Gerd Kirsch.

Trier. Es ist ein besonderer Tag im Hause Lederer. Denn heute gibt es doppelten Grund zum Feiern: Zum einen den 87. Geburtstag von Familienoberhaupt Stefan Lederer, zum anderen den 60. Hochzeitstag von Stefan Lederer und seiner Frau Agneta. Eine lange Zeit, in der die beiden viel miteinander erlebt haben.
1979 kam Agneta Lederer von Rumänien nach Trier, 1982 beantragte sie die Familienzusammenführung, und Stefan Lederer folgte mit Sohn, Tochter sowie den Schwiegerkindern. In Siebenbürgen, dem Landstrich in Rumänien, der vor allem im Mittelalter von deutschen Auswanderern besiedelt wurde, lebte die Familie in einer deutschen Gemeinschaft. Dort haben sich Agneta und Stefan kennengelernt, beim Tanzen im Nachbarort sind sie sich das erste Mal begegnet. Dort bauten sie sich auch eine gemeinsame Existenz auf. "Wir hatten deutsche Schulen, deutsche Kirchen und sprachen ausschließlich Deutsch miteinander", erzählt Stefan Lederer. Unter der kommunistischen Führung brachte das zunehmend Schwierigkeiten mit sich. Diskriminierung und Enteignung waren die Folge. Auch Haus und Grundstück der Lederers hat die Regierung zwangsenteignet. Danach reifte bei der Familie der Entschluss, in Deutschland neu anzufangen. Stefan und Agneta Lederer haben in ihrer neuen Heimat bis zum Ruhestand gearbeitet, Stefan Lederer war bei der Firma Frisko angestellt, seine Frau war lange Zeit in der ehemaligen Schuhfabrik Romika. Ihre Tochter Brigitte lebt mit ihrem Mann im gleichen Haus wie ihre Eltern und kümmert sich um sie.
Seit 1987 wohnen die Lederers in Trier-Biewer, zuvor hatten sie eine Wohnung in Kürenz. 1989 besuchten sie zum letzten Mal ihre alte Heimat. Mit dem Leben in Rumänien hat die ganze Familie abgeschlossen, auch eine Entschädigung seitens der rumänischen Regierung für die Enteignung erwarten sie nicht mehr. In Trier fühlen sie sich wohl, das Paar hofft, noch einige schöne gemeinsame Jahre verbringen zu können. lbe