Ein Blick in die Zukunft

Eindrucksvolle Schwarz-Weiß-Fotoporträts, die der Fotograf Habib Hakimi von Auszubildenden der Caritas learn-factory aufgenommen hat, zeigt eine Ausstellung in der Tufa Trier. Unter dem Titel "Zukunft!? Heute Ausbildung - morgen..." gibt sie den Zukunftserwartungen dieser Jugendlichen Gesicht und Stimme.

Trier. (ae) Die Caritas learn-factory ist eine Einrichtung zur beruflichen Qualifizierung und Integration junger Menschen, die den Einstieg in den allgemeinen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt aus unterschiedlichsten Gründen nicht alleine schaffen. Sie bildet in drei Ausbildungsgängen zu Verkäufer/in, Kaufmann oder -frau im Einzelhandel oder für Bürokommunikation aus und leistet darüber hinaus individuelle fachliche und sozialpädagogische Betreuung. Ihr besonderes Anliegen sei, sagt Caritas-Direktorin Sandra Bartmann, den jungen Leuten das Rüstzeug zu geben, ihr Leben selbstbestimmt meistern zu können. In einer Reihe von überfachlichen Workshops ist mit dem Ausbildungsjahrgang, der in diesem Sommer zum Abschluss kommt, auf dieses Ziel hingearbeitet worden. Ihr Höhepunkt ist ein Fotoprojekt, in dessen Mittelpunkt die Jugendlichen selbst mit eigenen Reflexionen über ihre Zukunft nach der Ausbildung stehen.

Schwarz-Weiß-Bilder von 18 jungen Menschen



Der renommierte, oft ehrenamtlich in sozialen Projekten engagierte Trierer Fotograf Habib Hakimi hat von den 18 Beteiligten Schwarz-Weiß-Porträts aufgenommen, die die individuellen Facetten ihrer Persönlichkeiten sehr eindrucksvoll herausstellen. Die Porträtierten ihrerseits äußern sich in Begleittexten zu fünf Fragen: Der erste Gedanke an meine Zukunft? Drei Wünsche an meine Zukunft? Sorgen und Ängste? Was möchte ich auf jeden Fall erleben oder machen? Die Farbe meiner Zukunft? Die Antworten sind so individuell wie die Porträts, aber in einigen Punkten gibt es große Übereinstimmungen. Einhelliger Wunsch aller ist zum Beispiel, eine feste Arbeit zu finden, von der man leben oder eine Familie ernähren kann.

Einhellige Angst ist, arbeitslos zu sein und in finanzielle Existenznot zu geraten. Spannend gestaltet sich das genannte Farbspektrum. Es pendelt zwischen düster, zaghaft hoffnungsvoll und hell optimistisch.

Nicht immer deckt sich der Schein jedoch mit der damit verbundenen Vorstellung. Für Jessica zum Beispiel ist Weiß, das sie als Farbe ihrer Zukunft angegeben hat, "das Letzte, was man im Leben sieht".

Sie hat sich durch Schicksalsschläge bereits mit dem Tod auseinandersetzen müssen. Dem aufmerksamen Betrachter erschließen sich in der Ausstellung individuelle Persönlichkeiten und Schicksale, Menschen wie Du und Ich. Deshalb ist sie ein wertvoller Beitrag zum Verständnis derer, über die meistens nur geredet oder geschrieben wird. Hier präsentieren sie sich selbst mit vielen und schönen Gesichtern, kommen selbst zu Wort und damit nahe.

Die Ausstellung ist noch bis zum 27. Juni im 1. OG der Tufa Trier zu sehen.