Ein Club voller Individualisten
So unterschiedlich die Fotos sind, die bis zum 26. Oktober in der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion hängen, so heterogen ist auch die Zusammensetzung der Fotografischen Gesellschaft. Doch eins ist allen 86 Mitgliedern - allesamt Individualisten - gemein. Ob analog, digital, in Farbe oder schwarz-weiß: die Liebe zur Fotografie.
Trier. "Diskussionen sind das Salz in der Suppe des Vereins." Und solche Diskussionen gibt es immer wieder - zwischen den Klassikern, die mit analogen Kameras arbeiten und sich in ihren Dunkelkammern einschließen, und den Modernen, die sich im digitalen Zeitalter neuer Geräte und Bearbeitungsmöglichkeiten am Computer bedienen, zwischen den Verfechtern der Schwarz-Weiß-Fotografie und den Liebhabern von Farbe. "Das befruchtet die Arbeit ungemein", sagt Johannes Henke, seit zwei Jahren Chef des Vereins.
Initiator der fotografischen Gesellschaft war Klaus Meis, der seit 1972 für die Volkshochschule Fotokurse gegeben hat. Aus dem Kreis seiner "Schüler" kam der Wunsch nach mehr Austausch mit Gleichgesinnten. "Aber damals konnte ich nur auf Clubs in der Umgebung verweisen", sagt Meis. Mit Erwin Klasen an der Seite wurde er in Sachen Trierer Fotografen-Verein aktiv. Sie suchten Mitglieder, fanden 32 (heute sind es 86), tüftelten eine Satzung aus, vollzogen im November 1999 die Gründung, und im Januar 2000 gab es den ersten Club-Abend. Viele folgten. Als erste Untersektion entstand die Schwarz-Weiß-Gruppe - Initialzündung für die Genese der Bildgestaltungs- und Besprechungsgruppe, der Sektion für digitale Fotografie und der Multivisionsgruppe. "Das klingt, als gebe es Zersplitterungen innerhalb der Fotografischen Gesellschaft. Aber genau dort und genau so entstehen viele neue Ideen", sagt Henke. Ideen für Exkursionen, Vorträge und Symposien, für Projekte in Schulen, Uni und Fachhochschule, für gemeinsame Aktivitäten mit Fotografen aus Triers Partnerstädten (bisher Weimar, Ascoli Piceno, Herzogenbusch, es folgt Pula in Kroatien), für Ausstellungen und nicht zuletzt für neue Fotografien. "Auch wenn der Enthusiasmus der ersten Jahre vorbei ist, wir haben zehn Jahre geschafft, und es wird weitergehen", sagt Henke. Dabei schwingt der Wunsch mit, dass vor allem junge Menschen sich für den Verein interessieren. "Wir sind kein elitärer Club, sondern eine offene Gesellschaft." Nicht nur, indem sich der Zusammenschluss als Kulturschaffender, Trier bereichernder Verein versteht. Er lädt auch zu Vorträgen von namhaften Profi-Fotografen Gäste ein. Zu den monatlichen Club-Abenden im Pfarrheim Heiligkreuz sind Interessierte willkommen.
Ausstellung in der ADD 43 Mitglieder der Fotografischen Gesellschaft haben Fotografien zur Vereinsausstellung in der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) beigesteuert. Eingereicht werden sollten nicht die objektiv besten, sondern persönliche Lieblingsbilder. Die Exposition zeigt das gesamte Spektrum an Techniken, Kreativität und individueller Philosophie der Trierer Amateur-Fotografen. Schwarz-weiß-Aufnahmen, Farb-Fotografien, Details, Naturmotive, Landschaften, Menschen, Architektur, Licht- und Schattenspiele. 140 Bilder sind zu sehen - ein gelungenes Abbild der fruchtbaren Arbeit aus zehn Jahren. Zu sehen sind die Fotografien montags bis donnerstags von 9 bis 12.30 Uhr und von 14.30 bis 15.30 Uhr sowie freitags von 9 bis 13 Uhr. Infos: www.foto.trier.de. (cofi)