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Ein Drittel weniger Wasserfläche

Ein Drittel weniger Wasserfläche

Das Trierer Finanzamt hat laut Sportdezernent Georg Bernarding am gestrigen Mittwoch bestätigt, dass die komplizierte Finanzierungs-Gemengelage für Sanierung und späteren Betrieb des Südbads steuerlich korrekt ist. Damit ist ein weiteres Hindernis genommen auf dem Weg zur Bad-Sanierung, die der Stadtrat heute Abend beschließen soll.

Trier. Jetzt will es Sportdezernent Georg Bernarding offenbar wissen: Stein für Stein - oder besser Felsbrocken für Felsbrocken - schafft er aus dem Weg, damit die Südbad-Sanierung tatsächlich im November angegangen werden kann. Den wild entschlossenen Durchmarsch des Dezernenten - der angesichts des total maroden Bads eigentlich schon vor Jahren notwendig gewesen wäre - beschreibt die SPD-Stadtratsfraktion zwar als "Fakten schaffen vorbei an demokratischen Gremien" (TV vom Dienstag). Aber das nimmt Bernarding in Kauf: "Um den Wirtschaftlichkeitsnachweis erbringen zu können, musste die Wasserfläche noch stärker verkleinert werden - es ging nicht anders."

Eine weitere Hürde, die die Südbad-Sanierung doch noch hätte zu Fall bringen können, hat der Dezernent erst am gestrigen Mittwoch genommen: Denn erst nachdem die Stadt bei der komplexen Finanzierungsgemengelage der Südbad-Sanierung und späteren -Betreibung noch mal nachgearbeitet hatte, bestätigte die Finanzbehörde, dass alle offenen Steuerfragen geklärt seien. "Durch die Nachbesserungen fallen - vereinfacht gesagt - keine zusätzlichen Steuern für die Stadt an", verspricht Bernarding.

Ausreichend Potenzial für eine heftige Diskussion im Rat heute Abend besteht trotzdem: Weil die Denkmalpflege den Erhalt des Zehn-Meter-Sprungturms gefordert hat, kann die Tiefe des Sprungbeckens nicht verringert werden.

Nichtschwimmerbecken: Tropfen statt Kreis



Um die Betriebskosten trotzdem zu senken, muss das Wasservolumen daher an anderer Stelle reduziert werden: Das Nichtschwimmerbecken soll noch stärker als zuletzt vorgesehen verkleinert werden (TV vom 4. September). Der Radius des runden Beckenteils wird dabei nicht gleichmäßig verringert. Vielmehr bleibt bei den kleinen, ebenfalls denkmalgeschützten Rutschen der Rand wie bisher, Richtung Ausgang wird der Bogen dafür stärker zur Mitte verlegt, das bislang kreisförmige Becken erhält so eine Tropfenform.

Der Teil des Nichtschwimmerbeckens mit den 25-Meter-Bahnen wird ebenfalls stark verkleinert und um knapp die Hälfte verschmälert. Beim Schwimmerbecken ist es bei den zuletzt bekannten Planungen geblieben. Drei Schwimmerbahnen werden zubetoniert, zwischen Schwimmer- und Sprungbecken sorgt eine Insel dafür, dass weiteres Wasser verdrängt und die Betreibung des Bads kostengünstiger wird. Die Gesamtwasserfläche aller Becken verringert sich so von 3550 Quadratmetern um mehr als ein Drittel auf 2234 Quadratmeter.

Zwar konnten die Investitionskosten durch die im Sommer geführten Nachverhandlungen mit dem Bauunternehmen, das das Bad sanieren will, um rund 1,57 Millionen Euro gedrückt werden. Trotzdem kostet die Südbad-Sanierung mit rund 9,3 Millionen die Stadt gut zwei Millionen mehr, als vom Rat im August 2006 als Höchstgrenze festgesetzt worden war. Von den 9,3 Millionen Investitionskosten übernimmt das Land 2,9 Millionen.

Gestiegene Baupreise, eine Preissteigerung beim Edelstahl um rund 40 Prozent und die höhere Mehrwertsteuer seien für den Kostenanstieg ursächlich, heißt es in der Beschlussvorlage. Trotzdem soll die Sanierung des Bads als PPP-Projekt (Finanzierung und Betreibung des Bads gemeinsam von öffentlicher Hand und Privatunternehmen) die Stadt günstiger kommen als Sanierung und Betrieb in Eigenregie.

Diesen Wirtschaftlichkeitsnachweis hätten alle beteiligten Gremien, darunter der Landesrechnungshof, gebilligt schreibt Bernarding in der Beschlussvorlage für den Stadtrat.