Ein Eimer Farbe reicht nicht

TRIER-TARFORST. Die Tarforster Kirchengemeinde St. Andreas hat in den vergangenen Monaten viel Enthusiasmus und Engagement entwickelt. Das Ziel: Die Kirche und das Pfarrhaus müssen dringend renoviert werden. Bei verschiedenen Veranstaltungen und Aktionen haben die Gemeindemitglieder innerhalb eines Jahres rund 35 000 Euro Spenden zusammengetragen.

Bereits im frühen Mittelalter organisierten die Christen auf der Tarforster Höhe ihr kirchliches Leben. An der Stelle der heutigen Pfarrkirche St. Andreas entstand aber erst in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts eine Kapelle, die "zu Ehren des Apostels Andreas" geweiht wurde, so heißt es in der Dorfchronik. 1780 wurde dann eine neue Kapelle errichtet, die heute noch das Mittelschiff der heutigen Pfarrkirche bildet. "Die Kirche ist ein ganz wichtiger Mittelpunkt im Ort. Die Tarforster identifizieren sich ganz stark damit", sagt Stefan Dumont (35), seit 2004 Pfarrer der Tarforster Gemeinden St. Andreas und St. Augustinus. Heizung ist veraltet

Begonnen haben die ehrgeizigen Pläne während eines Seniorennachmittags, als eine Tarforsterin darauf hinwies, dass die Westfassade der Kirche einen neuen Anstrich vertragen könnte. "Aber es war schnell klar, dass ein Eimer Farbe nicht reichen würde", sagt Dumont. Ein Sachverständiger untersuchte die Mängel. Eine eine Renovierung von Kirche und Pfarrhaus sei unumgänglich. Neben der Außenfassade ist das Dach des Pfarrhauses und des vor rund 50 Jahren entstandenen Kirchenerweiterungsbaus marode, die Heizungsanlagen sind veraltet. Und auch der Innenraum der Kirche bedürfte einer Frischzellenkur. Die Devise war klar: "Mindestens 25 000 Euro müssen zunächst zusammenkommen, sonst können wir mit der Renovierung nicht loslegen", sagt Dumont. Start der ersten Aktion zu Gunsten der Kirche war ein Gospel-Benefizkonzert im November 2005. Die Frauengemeinschaft wurde aktiv, Einzelspenden gingen auf dem Konto ein, ein Chorfest, bei dem der Chor von St. Augustinus die Tarforster unterstützte, erbrachte gute Erlöse, und auch auf dem Straßenfest Im Schombert wurden die Gäste in Sachen Kirchenrenovierung zur Kasse gebeten. "Jeder, der etwas geben wollte, hat das getan. Wir müssen aber wohl noch viele Feste machen und viele private Spenden sammeln, denn bislang haben wir, trotz der Summe von 35 000 Euro, erst etwa ein Drittel von dem zusammen, was gebraucht wird. Ich hoffe auf die Finanzkraft der Tarforster und die Hilfe von oben", sagt Dumont. Mittlerweile wurden die Baubeschlüsse gefasst. Auf rund 250 000 Euro sind die Kosten - ohne die Sanierung des Kircheninneren - veranschlagt, 60 Prozent davon übernimmt das Bistum. Für die restlichen 40 Prozent ist die Eigeninitiative der Tarforster gefordert. Bis Ostern 2007 sollen die Heizungsanlagen in Kirche und Pfarrhaus modernisiert und das Dach des Pfarrhauses saniert sein. Die Arbeiten an Dach und Außenfassade des Gotteshauses werden in einem zweiten Schritt bis 2008 in Angriff genommen. Obwohl sich, wie in anderen Teilen der Stadt bereits durchgeführt, auch für Tarforst Veränderungen der Gemeindestrukturen abzeichnen, sei die Kirchensanierung eine wichtige Maßnahme. "So lange, wie Menschen zum Gottesdienst zusammenkommen, und die Gemeindemitglieder ihrer Kirche so verbunden sind, lohnt es sich, etwas für das Gebäude zu tun", sagt Dumont. Spenden gehen auf das Konto mit der Nummer 971507 bei der Sparkasse Trier, BLZ 58550130. Stichwort "Kirchenrenovierung".

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