Ein Erlebnis mystischer Art

Der Trierische Volksfreund bietet seinen Abonnenten exklusive Führungen und Vorträge. Die Schwalbennestorgel des Trierer Doms wird 40 Jahre alt. Aus diesem Anlass werden Wandelkonzerte durch die älteste Bischofskirche Deutschlands veranstaltet.

Trier. Ein milder Abend Ende April in Trier. Man könnte nach Zurlauben gehen, im Freien sitzen, gut essen und trinken. Oder man könnte beim Weinstand am Hauptmarkt den aktuellen Riesling testen. Oder eben in den Dom gehen.
In den Dom? Wer geht an einem solchen Abend in den Dom? Außerdem ist der sowieso schon geschlossen. Nein, der Dom ist an diesem Abend offen. 30 TV-Leser lassen sich das nicht zweimal sagen und nehmen das Angebot einer kostenlosen Führung wahr.
Domführerin Gabriele Hartelt vermittelt anschaulich die Geschichte des 1700 Jahre alten Gebäudes. Und die ist sehr bewegt. Wo heute die Dom-Information ihren Sitz hat, trafen sich zu Zeiten der Christenverfolgung im vierten Jahrhundert die Gläubigen. Helena, die Mutter Kaiser Konstantins, schenkte ihnen nach dem Toleranzedikt von Mailand (die Bezeichnung und Deutung ist umstritten) ihren Palast, woraus nach Umbauten, Zerstörungen und Wiederaufbauten das entstand, was wir heute als den Trierer Dom wahrnehmen.
Es ist schon eine Art von Privileg, als Teilnehmer der Abendführung die Altarinsel überschreiten zu dürfen, über die Pilgertreppe bis zur Heilig Rock Kapelle vorzustoßen und einen Blick auf den Tunika-Schrein zu werfen. Das absolut Besondere an dieser Domführung ist die musikalische Untermalung durch den Domorganisten Josef Still, daher die Bezeichnung Wandelkonzert. Der Gang durch den Dom, die Interpretation der Kanzelfiguren zum Thema Barmherzigkeit und dazu Bachs Toccata - man muss nicht unbedingt gläubig sein, um einen mystischen Schauer zu empfinden.
Buchungen unter www.ticket-regional.de

Mehr von Volksfreund