Ein ernstes Problem in Trier

Ich habe mir, auch an dieser Stelle, schon oft Sorgen gemacht um die Schwerpunktsetzungen in Trier. Da wird monatelang heftig gestritten, ob eine Tankstelle Alkohol verkaufen darf.

Da wird eine Halle für Skater und Radfahrer zum geheimen Hauptquartier gefährlicher Extremisten, weil eine kleine Fraktion im Stadtrat aus einer im Internet gefundenen Liste ein Riesending macht. Habt ihr alle denn keine anderen Sorgen, möchte man da fragen. Und nicht nur andere Sorgen, sondern tatsächliche, reale, nachvollziehbare Sorgen? Davon gibt es in Trier nämlich leider mehr als genug.

Viele der Häuser, in denen man sich um Jugendliche und Familien kümmert, die massive Probleme haben, sind zurzeit sehr nervös, weil die Stadt die Zuschüsse kürzen muss. Meine lieben Damen und Herren, das sind wirkliche Sorgen! Es ist tatsächlich so, dass einige dieser Häuser sich Sorgen machen müssen, ob es sie in einem oder zwei oder fünf Jahren überhaupt noch gibt. Denn mit Jugendarbeit lässt sich kein Reichtum verdienen, kein dickes Finanzpolster für schlechte Zeiten anlegen.

Doch gerade die Einrichtungen, die jetzt weniger Geld bekommen sollen, leisten die Arbeit, die viele gerade in Trier laustark fordern, wenn mal wieder an Weiberfastnacht oder Silvester 14-Jährige besoffen über den Hauptmarkt fallen. Sie treten solchen extremen Auswüchsen entgegen, helfen, beraten, therapieren. Sie tun das unauffällig, ohne große Selbstdarstellung. Auch jetzt im Moment fordern sie keine Ehrerbietung, sondern die zum Weiterarbeiten nötige finanzielle Unterstützung.

Kurz gesagt: Jetzt ist es so weit! Wir haben in Trier ein echtes, reales und wirklich ernstes Problem. Hoffentlich bekommen die Chefs im Rathaus und im Stadtrat die Sache in den Griff.