Ein Fest zu Ehren des Feuerwehrnachwuches

Ein Fest zu Ehren des Feuerwehrnachwuches

Zwei Tage lang hat der 1300-Seelen-Ort Kasel seine Jugendfeuerwehr gefeiert. Auf dem Programm standen neben Live-Musik der Wettbewerb um den Klaus-Simon-Cup und eine hohe und selbst für den Geehrten Heinz Ninke (62) überraschende Auszeichnung.

Kasel. Zu ihrem Jubiläum hatten die Kaseler etliche Jugendfeuerwehren aus dem gesamten Kreisgebiet zum Wettkampf um den Klaus-Simon-Cup eingeladen. Gemessen wurde sich hier an insgesamt zehn Technik- und Spielstationen. In und um Kasel herum wurden etliche Schläuche und Saugleitungen auf Zeit gekuppelt, Feuerwehrmänner vorschriftsmäßig angezogen und Knoten in Seile wie in Krawatten gebunden. Unter den 15 teilnehmenden Gruppen gelang es schließlich dem Geburtstagskind selber, den Cup für sich zu entscheiden. Zweite wurden die Jugendlichen aus Pluwig, den dritten Platz belegte die Wehr aus Heddert.
Neben Siegerehrung und guten Geburtstagswünschen nutzten die Vertreter aus Politik und Feuerwehrwesen außerdem die Gelegenheit, den Kaseler Heinz Ninke (62) auszuzeichnen. Frank Zühlke, erster Vorsitzender des Kreisjugendfeuerwehrverbands, sprach seinen Dank aus: "Herr Ninke ist 1977 der Kaseler Feuerwehr beigetreten. 1984 hat er den Gruppenführerlehrgang I absolviert und ist seit 1990 Gerätewart. Seither hat er die Verantwortung für den gesamten Bereich Atemschutz in der Verbandsgemeinde Ruwer übernommen. Zwischendurch war er auch mal stellvertretender Wehrführer hier in Kasel. Herr Ninke hat so jährlich mehr als 1000 Stunden seiner Freizeit in der Atemschutzwerkstatt verbracht."
Ninke selbst zeigte sich angenehm überrascht von der Auszeichnung mit dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber: "Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet", sagte er. "Aber das mit den 1000 Stunden stimmt schon. Ich verbringe gut 60 Prozent meiner Freizeit in der Atemschutzwerkstatt. Das ist Technik, das macht mir einfach Spaß. Und wenn ich etwas mache, dann richtig."
Zu dem zweitägigen Fest mit Live-Musik von der Band Half Chicken sowie der Ruwertaler Winzerkapelle hatten Landesjugendfeuerwehrwart Matthias Görgen und Kreisjugendfeuerwehrwart Klaus Simon außerdem Besuch aus Österreich mitgebracht. Die Jugendreferenten aus dem Burgenland zeigten sich vor allem von den Spielen begeistert. "Ihr habt eine tolle Jugend hier", sagte Rudi Karassowitsch. "Bei uns sind die Wettkämpfe nur auf Schnelligkeit und Konkurrenz ausgerichtet. Diese Spiele hier werden wir auf alle Fälle mit nach Hause nehmen. Das fördert die Kameradschaft und den Teamgeist."
In der 25-jährigen Geschichte der Kaseler Jugendwehr gehörten immer mal mehr, mal weniger Kinder der Organisation an. Derzeit zählen vier Mädchen und acht Jungen im Alter von zehn bis 18 Jahren dazu. "Es wird von Jahr zu Jahr schwieriger, die Jugendlichen für die Feuerwehr zu begeistern", sagt Kasels Wehrführer Klaus Raskob. Den Hauptgrund dafür sieht er darin, dass "die Kinder heute schon mit fünf, sechs Jahren von anderen Vereinen abgeworben werden." Um keine echten Nachwuchssorgen entstehen zu lassen, werden derzeit erste Überlegungen angestellt, gemeinsam mit den Nachbarn aus Mertesdorf eine Bambini-Feuerwehr zu gründen. anf