"Ein Fünfer im Lotto"

Guter Grund für die Ortsgemeinde Longuich, die Sektkorken knallen zu lassen. Innenminister Karl Peter Bruch hat in Mainz im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms 2008 insgesamt 25 Gemeinden als Schwerpunktgemeinden anerkannt - darunter Longuich. Jetzt sind die Bürgerinnen und Bürger gefragt, wie sich ihr Dorf weiterentwickeln soll.

Longuich. Mit der Ausweisung Longuichs als Schwerpunktgemeinde besteht die Möglichkeit, die Entwicklungspotenziale des Dorfes weiter miteinander zu vernetzen. Im Einzelnen könnten beispielsweise Plätze oder Freiräume gestaltet werden, erläutert Bürgermeisterin Kathrin Schlöder. Aber auch Privathäuser oder ortsbildprägende Gebäude können in die Maßnahme eingebunden werden. Zunächst stünde die nächste Gemeinderatssitzung am 18. Juni an. Vermutlich wird der Gemeinderat darin beschließen, im Zuge des Beteiligungsprozesses für die Bürger eine Dorfmoderation - voraussichtlich im Herbst - durchzuführen. In Arbeitsgemeinschaften könnten sich die Bürger dabei zu verschiedenen Themen wie Soziales oder Ökologie einbringen. Die einzelnen Ideen werden fachübergreifend geplant, daraus Einzelmaßnahmen entwickelt und Prioritäten gesetzt.Longuich habe mit der Dorferneuerung gute Erfahrungen gemacht, so Schlöder. Das letzte Konzept wurde 1996 erstellt, daher gelte es, eine Fortschreibung vorzunehmen, die den veränderten wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen Rechnung trage. Dazu zählt beispielsweise der unübersichtliche Kreuzungsbereich am Friedhof, der neu gestaltet werden müsse. Oder das Freizeitgelände am Moselufer, für das bereits viele Gestaltungsideen vorliegen. "Die Leute sollen entwickeln, was sie haben möchten - sofern finanzierbar. Es soll ihnen nichts übergestülpt werden." Denkbar seien auch die Renovierung der Wendelinuskapelle oder des Zollhäuschens.Ziel ist es, in Longuich Wohnen, Tourismus, Weinbau und Gewerbe verträglich miteinander zu verbinden. Longuich ist für die nächsten sechs Jahre Schwerpunktgemeinde. Wie sich die Maßnahme konkret finanziell auswirkt, ist noch nicht bekannt. Es ist jedoch von erheblichen Fördergeldern auszugehen. "Ein Fünfer im Lotto", freut sich Schlöder.ExtraZahlen: Laut rheinland-pfälzischem Innenministerium wurden von 1991 bis 2007 mit Hilfe der Dorferneuerung im Landkreis Trier-Saarburg 226 öffentliche und 976 private Projekte gefördert. Die Zuwendungen betrugen 25,9 Millionen Euro. In diesem Jahr stehen landesweit rund 20,5 Millionen Euro zur Verfügung. Insgesamt hat das Land seit 1991 im Rahmen der Dorferneuerung über 364 Millionen Euro an Fördermitteln investiert.