Ein ganz besonderes Buch

Der Codex Egberti gilt als ein Hauptwerk der Buchkunst um das Jahr 1000. Seine 60 Miniaturen bilden den frühesten Bildzyklus zum Leben Jesu im Mittelalter. Entstanden auf der Insel Reichenau und in Trier, gehört das kostbare Werk seit 2004 zum Weltkulturerbe der Unesco. Grund genug für eine hochkarätig besetzte Tagung der Trierer Stadtbibliothek.

Trier. (red) Die berühmte Handschrift erneut unter die Lupe zu nehmen war Ziel der Tagung "Bild und Geist im Mittelalter - Der Codex Egberti im Kontext" in der Stadtbibliothek. Insgesamt sechs Vorträge haben sich dem Kodex und seiner Vermittlung in der heutigen Zeit gewidtmet. Im ersten Referat rekonstruierte Gunther Franz die Geschichte des Codex Egberti in Trier. Demnach ist der Codex Egberti die einzige Prachthandschrift aus ottonischer Zeit, die seit mehr als 1000 Jahren am Ort ihrer Bestimmung liegt. Heribert Wahl sprach über den Umgang mit Bildern aus Sicht der Pastoralpsychologie. Franz Ronig referierte über den Hildesheimer Dom St. Michael. Michael Embach wandte sich der karolingischen Bildkunst zu. Wolfgang Lentzen-Deis lieferte einen Erfahrungsbericht über die Verwendung des Codex Egberti im Bereich der Schule. In einem abschließenden Vortrag verglich Louis Ridez den Codex Egberti mit dem Evangeliar von Lille.

Sämtliche Vorträge der Trierer Tagung werden publiziert und erscheinen im Dezemberheft der ‚Trierer Theologischen Zeitschrift'.