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Ein ganzes Dorf sagt Dankeschön

Ein ganzes Dorf sagt Dankeschön

Sie war 18 Jahre alt, als sie das erste Mal vor der Tür der Feller Kindertagesstätte St. Martin stand. Genau vier Jahrzehnte später geht Kitaleiterin Elisabeth Barth in den Ruhestand. Viele Feller Bürger, jung und alt, sowie ihr Arbeitgeber sagten Danke.

Fell. Aus der Abschiedsfeier für Kitaleiterin Elisabeth Barth wurde ein Dorffest: Ihre ersten Kindergartenkinder hatten sich ebenso auf den Weg in die katholische Kindertagesstätte in Fell gemacht wie Vertreter von Kirche, Gemeinde und Vereinen, Kinder und Eltern mehrerer Generationen. Sogar Barths Vorgängerin war dabei.
Viel Wärme und Toleranz


Vor genau vierzig Jahren hatte die Saarländerin ihren ersten Arbeitstag im Fellertal. Zehn Jahre später übernahm sie die Leitung der Einrichtung. Wie tief die Kita ins Dorf integriert ist, zeigte die lange Begrüßungsliste der scheidenden Chefin, die für ihre Herzlichkeit, Wärme und Toleranz bekannt war. "Die Kita verliert eine Institution", sagte Michael Rohles, erster Beigeordneter der Ortsgemeinde Fell. Gabriele Hoffmann, Leiterin der benachbarten Grundschule, bezeichnete die 58-Jährige als Konstante bei der Kooperation zwischen beiden Einrichtungen. Auch Konrad Berg, kaufmännischer Geschäftsführer der Kita gGmbH, zu der die Feller Kita seit 2007 gehört, würdigte die Arbeit der Angestellten. Sie sei die einzige Erzieherin, die in einer Wohnung über dem Kindergarten lebte. Dennoch habe sie es offenbar geschafft, eine "Balance zwischen Arbeit und Privatleben" zu finden.
Mit dem Ruhestand kehrt Elisabeth Barth nun wieder ins Saarland zurück. Dank und Anerkennung richteten die Redner auch an Barths Lebensgefährten Claus Conrad für dessen "unermüdliches ehrenamtliche Tun" über viele Jahre. Von Hausmeisterarbeiten bis hin zum Schwenken bei Pfarrfesten habe er die Kita immer tatkräftig unterstützt.
Spätestens beim Abschiedslied des Teams, das sich Tage vorher schon gebührend von "Queen Elizabeth" verabschiedet hatte, griffen Zuhörer in die bereitgestellte Tränenbox - eine Schachtel mit Taschentüchern. In einer von ihrer langjährigen Kollegin Gisela Scholtes erzählten Anekdote zeigte sich die Kinderliebe Barths: "Es störte sie nie, wenn Kinder in ihr Büro kamen und dort rumturnten. Dann sagte sie: Lasst sie, sonst habe ich ja kaum noch Kontakt zu ihnen."
"Niemals geht man so ganz", zitierte später Monika Kiwitt, Gesamtleiterin der Kita gGmbH, die Kölsche Schlagersängerin Trude Herr, "irgendwas von mir bleibt hier." Hermann Gorges vom Pfarrverwaltungsrat hatte es vorher bereits gesagt: Elisabeth Barth hat ihre Spuren in Fell hinterlassen. kat