Ein Gartenzwerg sorgt für Furore

Ein Gartenzwerg sorgt für Furore

TRIER. Ein Großereignis wirft seine Schatten voraus: Am Samstag feierte das Kleine Volkstheater mit dem eigens für die Landesgartenschau geschriebenen Stück "Dää Gaordenzwerch vom Piddersberch" am Römersprudel Premiere.

Mit den Worten "LGS hei bei uns, dat kann jawohl nit sein, da müssen wir wat ganz besonderes machen" begrüßt die Vorsitzende des Kleinen Volkstheaters, Gabi Hermesdorf, ihr Publikum. Sie sei nervös und habe einen "Mordsbammel", gesteht sie. Ganz zu unrecht, wie sich zeigen wird: Die Arbeit der Autoren Birgit Braun und Helmut Leiendecker, der mit Gabi Hermesdorf auch Regie führt, hat sich bewährt. In dem Kleingärtnerverein "Prietzich Priemelschie" führen die Männer das Regiment, während die Frauen ein Sklavendasein fristen. Erst als die Frauen durch Zufall eine besondere Flasche selbst gebrannten Schnaps in einem Geheimfach entdecken, drehen sie den Spieß um. Denn: Der Schnaps "Schleri alla Mumm" verleiht, wie der Name schon sagt, besonderen Mut.Mit trierischem Witz und liebenswertem Charme

Der Geschlechterkampf kann beginnen: Während die Frauen ihre neu gewonnene Freiheit genießen, auch "Fraaleits Pauwer" genannt, kämpfen die Männer mit den Tücken des Alltags wie Waschen, Bügeln, Kochen. Die Ausschreibung des Wettbewerbs "Wellschde neist ant Köppchie krien, mussde en de Gaorde giehn" des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten treibt die Auseinandersetzungen auf die Spitze. Die schönste Gartenanlage wird prämiert. Am Ende sind es aber nicht die Gartenfrüchte, der Kuchen oder der Selbstgebrannte, die den Ministerpräsidenten überzeugen, sondern die zwei lebendigen Gartenzwerge und der vermeintlich hässlichste Garten mit seiner "Harmonie von Flora und Fauna". Der Landesvater überreicht den silbernen Gartenzwerg, einer Versöhnung der Gartengemeinschaft steht nichts mehr im Wege. Den trierischen Witz und den liebenswerten Charme des Ensembles quittieren die Zuschauer mit häufigem Szenenapplaus und "standing ovations". Fazit: Wenn die Landesgartenschau bei ihren Besuchern genauso für gute Laune sorgt wie "Dää Gaordenzwerch vom Piddersberch", dann haben sich Stress und Bemühungen der Verantwortlichen gelohnt. Wer sich selbst von der besonderen Wirkung des "Schleri alla Mumm" überzeugen möchte, hat dazu am Pfingstwochenende auf der Landesgartenschau Gelegenheit: Freitag, 28. Mai, 19 Uhr; Samstag, 29. Mai, 19 Uhr und Sonntag, 30. Mai, 14 Uhr.