Ein Gelenkarm sucht das beste Wasser

Viel Geld und Aufwand haben die Stadtwerke Trier in die Technik der Riveris-Talsperre investiert. Mit einem beweglichen Entnahmearm kann der See nun in unterschiedlichen Tiefen "angezapft" werden, was einer besseren Trinkwasserqualität dient.

Riveris. Das Stauwerk oberhalb von Riveris feiert im kommenden Jahr seinen 50. Geburtstag. Der maximal 4,6 Millionen Kubikmeter fassende Trinkwasserspeicher der Stadtwerke Trier, der von Riveris in der Verbandsgemeinde Ruwer aus das Wasserwerk in Trier-Filsch speist, ist also fast ein halbes Jahrhundert alt. Trotzdem verfügt er inzwischen über modernste Technik. Ende vergangenen Jahres waren die gewaltigen Schieberarmaturen und Rohrleitungen des Wasserentnahmeschachtes ersetzt worden (der TV berichtete). Diese Arbeiten waren erforderlich, weil die alten Schieber nicht mehr den neuen Anforderungen genügten. 700 000 Euro am Damm investiert

Im Herbst 2007 folgte nun die Montage eines höhenverstellbaren Wasser-Entnahmearms. Mit ihm kann das Wasser künftig aus der Tiefe mit der gerade besten Wasserqualität entnommen werden. Die Güte der verschiedenen Wasserschichten schwankt je nach Temperatur und Wetterlage. Bisher gab es nur die Wahl zwischen einer unteren und einer oberen Entnahmestelle. Für die Unterwasserarbeiten ist seit vier Wochen ein fünfköpfiges Taucherteam einer Spezialfirma aus Bremerhaven im Einsatz. Die Hauptarbeit der Spezialisten, die von einer schwimmenden Arbeitsplattform aus operieren, bestand im Aufbau eines stählernen Haltegerüstes auf dem Seeboden, das künftig die Basis für die Entnahmetechnik bildet. Damit die Taucher nicht in allzu großer Tiefe hinabsteigen müssen - was die Arbeiten deutlich verzögert hätte - war der Pegel des Sees seit Anfang November auf 23 Meter über Grund gesenkt worden. Zurzeit sind nur noch 500 000 Kubikmeter, oder rund zehn Prozent der maximalen Füllmenge, aufgestaut. Mit der Unterwasser-Endmontage des Entnahmearms sind die Modernisierungsmaßnahmen abgeschlossen. Ingesamt 700 000 Euro haben die Trierer Stadtwerke investiert. Die eigentliche Endmontage, die sich über den gesamten Tag hinzog, blieb den Beobachtern über Wasser weitgehend verborgen. Zu sehen war lediglich der an der Staumauer bereitgelegte Arm. Er wurde vom Taucherteam, das bei Eiseskälte in schweren Trocken-Tauchanzügen arbeitet, abgesenkt und mit Hilfe von einigen aufblasbaren Schwimmern an seinen künftigen Bestimmungsort gezogen. Dort ist zurzeit auch noch die Taucherplattform vertäut, die ein wenig an die Behausung von karibischen Schatzsuchern erinnert. Nach Angaben des Werksleiters Christian Girndt wurde am Mittwoch erstmals Trierer Trinkwasser über die neue Anlage entnommen.Die Gemeinde Riveris, die im kommenden Jahr 800 Jahre alt wird, will das Jubiläum vom 30. Mai bis 1. Juni 2008 zusammen mit den Stadtwerken feiern, die dann zum Geburtstagsfest ihrer Talsperre laden.