Ein Grund zum Feiern

Ein ungewöhnliches Jubiläum beging der Bürgerservice am Montag: Das gemeinnützige Unternehmen, in dem über 400 Mitarbeiter beschäftigt sind, feierte mit 160 geladenen Gästen und Mitarbeitern ein mehrstündiges Fest anlässlich des 21. Geburtstags.

Trier. (gsb) Hatte das Unternehmen etwa den 20. Geburtstag vergessen? Oder das Jubiläum im letzten Jahr unter Ausschluss der Öffentlichkeit gefeiert? Weder - noch, wie Geschäftsführer Horst Schneider in seiner Begrüßungsansprache erklärte. Der Reigen der Besucher quer durch Politik, Wirtschaft und Institutionen verdeutlichte, welch hohen Stellenwert der Bürgerservice (BÜS) nicht nur in der Region genießt. Aufgrund der sehr schwierigen wirtschaftlichen Lage der vergangenen Jahre habe man "weder Kopf noch Lust gehabt, eine große Feier im letzten Jahr zu machen", sagte Schneider. Jetzt ginge es aber wieder aufwärts.

Im April 1987 ist der Bürgerservice als eine Abteilung der Tina e.V. mit 300 Mark Startkapital gegründet worden, um Arbeitslose mit betrieblichen Strukturen aus der Arbeitslosigkeit hinauszuführen. Dass der Bürgerservice heute mehr als 400 Mitarbeiter zählt, habe sich Schneider nicht träumen lassen. Davon seien über 70 Menschen mit einer Behinderung beschäftigt. Seit 2001 ist der BÜS als Integrationsunternehmen anerkannt. Mehr als 200 junge Menschen wurden in handwerklichen oder kaufmännischen Berufen betrieblich ausgebildet. Schneider dankte insbesondere für die Unterstützung den Mitarbeitern und dem Prokuristen Gregor Schäfer.

Arbeitsministerin Malu Dreyer sicherte in ihrer Ansprache die weitere Unterstützung des Landes zu. Grundsätzlich sei die Beschäftigungssituation in der Region gut. Dass die Zahl der Langzeitarbeitslosen und Menschen mit Behinderung insgesamt zurückgegangen sei, führe sich auch auf die Arbeit des Bürgerservice zurück. Extra Der Bürgerservice unterhält sieben Betriebsstätten in der Region Trier. Ziel ist es, Menschen, die auf dem regulären Arbeitsmarkt nicht die besten Chancen haben, mit Hilfe von bezuschussten Projekten zu qualifizieren, zu beschäftigen und in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Zudem bietet der BÜS mit seinen marktorientierten Betrieben dauerhafte Arbeitsplätze und betriebliche Ausbildung im kaufmännischen und gewerblichen Bereich. Als Integrationsunternehmen hat er insbesondere Menschen mit Behinderungen im Fokus. Ein Beispiel ist der Bau von Fotovoltaik-Anlagen aufgrund der aktuellen Energiedebatte.