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Ein gutes Verhältnis vor und nach den beiden Weltkriegen

Ein gutes Verhältnis vor und nach den beiden Weltkriegen

Nach vier Wochen in der luxemburgischen Abtei Neumünster ist die Ausstellung "Präsenz, Wirken und Integration von Deutschen in Luxemburg" nun auch in Trier zu sehen. Die Exponate zeigen das gute Verhältnis beider Länder vor den beiden Weltkriegen. Die Ausstellung beleuchtet damit ein Thema, das bislang noch kaum erforscht ist.

Trier. Wer hätte gedacht, dass es gerade die Buchdrucker waren, die es im 19. Jahrhundert aus Trier ins Nachbarland Luxemburg zog? Das ist nur eine von vielen zum Teil überraschenden Erkenntnissen, die die Ausstellung "Präsenz, Wirken und Integration von Deutschen in Luxemburg vom Wiener Kongress bis zum Ersten Weltkrieg" in Trier präsentiert.
Bisher wenig erforscht


In mühevoller Recherchearbeit hat der "Deutsche Verein in Luxemburg" unzählige Fotos, Zeitungsausschnitte, Briefe und andere Dokumente zusammengetragen. Mühevoll vor allem deshalb, weil dieser Zeitraum bislang so gut wie nicht erforscht worden ist.
Historiker beschäftigte hauptsächlich das deutsch-luxemburgische Verhältnis in der Zeit der beiden Weltkriege: tiefes Misstrauen herrschte auf beiden Seiten. "Deshalb war diese Ausstellung überfällig", sagt Franz Peter Basten, luxemburgischer Honorarkonsul in Trier. "Sie nimmt den zwanghaften Blick auf die Weltkriege raus." In vielen Bereichen engagierten sich Deutsche zwischen 1815 und 1914 in Luxemburg. "Gesellschaftlich, kulturell und wirtschaftlich. Überall haben Deutsche Pionierarbeit geleistet", sagt Helma Werner, die Kuratorin der Ausstellung. So war es zum Beispiel ein Vortrag der deutschen Dr. Käthe Schirrmacher, die 1905 die Frauenbewegung in Luxemburg lostrat. Aus Bayern kamen unzählige Bierbrauer ins Nachbarland. "Diese Gruppe war so groß, dass sie für den ersten Streik und in der Folge für den ersten Tarifvertrag Luxemburgs verantwortlich zeichneten", sagt Helmer.
Für das Engagement im Rahmen der Ausstellung erhielt der Verein bisher viel positive Resonanz. "Viele Luxemburger kamen auf mich zu, um mir von deutschen Vorfahren in der Familie zu erzählen", sagt Klaus Werner, Präsident des Deutschen Vereins in Luxemburg. Denn natürlich gab es auch viele Verwandtschaftsbeziehungen über die Grenze hinweg. "Ein bisschen hat es die Luxemburger aber schon geärgert, dass sich preußische Soldaten die hübschesten Mädchen geschnappt haben", scherzt Basten. lbe

Noch bis zum 24. Mai kann die Ausstellung in den Räumen der Sparkasse Trier an der Theodor- Heuss-Allee besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.