Ein Handwerker und Bürger

TRIER. (woc) Seit zehn Jahren Präsident der Handwerkskammer (HWK), Ehrenämtler in vielen Vereinigungen und ein "echter Trierer": Hans-Josef Jänschke wurde das Ehrensiegel der Stadt verliehen.

Harfen- und Querflötentöne klingen durch die Viehmarktthermen. Das über 100-köpfige Publikum - größtenteils Trierer Würdenträger, Amtsinhaber und Kommunalpolitiker - wird ruhig. "Unsere Stadt rühmt sich, als erste Stadt Deutschlands aus der Hand ihres geistlichen Stadtherren um 1115 das Stadtsiegel und damit das Kennzeichen bürgerschaftlicher Freiheit erhalten zu haben", leitet Oberbürgermeister Helmut Schröer seine Laudatio ein. Das Stadtoberhaupt rügt, dass eine "ichbezogene materialistische Geisteshaltung die gesunde Regung zum Wirken für die Gemeinschaft zu ersticken droht und uns der Erfüllung unserer Pflichten gegen Staat und Öffentlichkeit entzieht." Und fordert Bürgersinn und Engagement für Staat, Stadt und Gemeinwesen. Um diese Bürgertugenden habe sich Hans-Josef Jänschke, langjähriger Präsident der HWK Trier, verdient gemacht. Zum Beweis listet der Schröer Jänschkes Ehrenämter und Mitgliedschaften in Freundeskreisen, Beiräten und Kommissionen auf. Das für die Region so wichtige Handwerk sei dabei immer im Fokus des ehemaligen Konditors gewesen. Als HWK-Präsident habe der 74-Jährige Perspektiven entwickelt, strategisch gedacht und dabei den Spagat zwischen traditionsverbundener Interessenvertretung und modernem Dienstleistungszentrum glänzend bestanden. In seiner Ansprache gibt sich Jänschke bescheiden. "Das viele Lob wundert mich schon", sagt der Mann mit der hellen, munteren Stimme. Und erweist sich mit Anekdoten ausseinem Schülerleben am Trierer Friedrich-Wilhelm-Gymnasium und einem Abriss der Trierer Handwerker-Historie seit dem hohen Mittelalter als stolzer Handwerker und "alter Trierer" mit Bürgertugenden - ein verdienter Träger des Ehrensiegels.