Ein Haus für die Bürger

EHRANG. Es war ein vorläufiger Endpunkt nach jahrelangen Anstrengungen und gleichzeitig Startsignal für eine neue kommunale Ära. Am Freitagabend wurde das neue Bürgerhaus in Trier-Ehrang mit rund 150 Gästen eingeweiht. Der Festsaal trägt den Namen seines verstorbenen Förderers: Henry-Zingen-Halle.

Fast 15 Jahre hatten Standortdiskussionen, Planungen, die Sicherstellung der Finanzierung und schließlich der Bau Politiker und Bürger beschäftigt. Um so größer waren Freude und Erleichterung der Gäste - darunter Polit-Prominenz aller Ebenen und Farben - das Schmuckstück mitten im Stadtsanierungsgebiet offiziell mit Leben füllen zu können. Das Bürgerhaus zwischen den Straßen An der Stadtmauer und Niederstraße 142-144 besteht aus einem modernen Neubau, der im Wesentlichen den geräumigen Festsaal und Nebenräume beinhaltet. Ein Zwischentrakt mit einem kleineren Saal, behindertengerechten Sanitärbereichen und einem Aufzug verbindet den leuchtend rot angestrichenen Neubau mit der sanierten Denkmalzone in der Niederstraße. Platz auf drei Stockwerken

Dort ist auf drei Stockwerken in vielen Räumen Platz für Teeküchen, Vereine und Gruppen sowie ein Internetcafé und die Jugend. Der Altbau ist mit Fußleistenheizungen versehen, außerdem gibt es eine Be- und Entlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Neben einem Hausmeister sollen sich ehrenamtliche Rentner um das Haus kümmern. Die Nutzfläche des gesamten Ensembles beträgt mehr als 1000 Quadratmeter. Die Trägerschaft über die Henry-Zingen-Halle hat die Gemeinschaft der Ehranger Ortsvereine (GEOV). Deren Vorsitzender, Horst Lorig, moderierte den Festablauf. "Wenn man gleich die Kosten hören wird, weiß man, was die Stadt und das Land für Ehrang getan haben", sagte Lorig anerkennend. Insgesamt 2,5 Millionen Euro hat das Projekt verschlungen. Davon stammten fast eine Million Euro aus dem Stadtsäckel, der übrige Teil ist aus verschiedenen Landesmitteln finanziert. Außerdem unterstützt der Ortsbeirat aus seinem Budget das Bürgerhaus. Aus den erwirtschafteten Einnahmen der GEOV sowie den Zuschüssen einer nach dem Ehranger Henry Zingen benannten Stiftung wird das Bürgerhaus Ehrang zukünftig unterhalten und instand gehalten. Die Realisierung eines schwierigen Projekts als "Ergebnis von vielen Einzelbausteinen", so Oberbürgermeister Helmut Schröer. ADD-Präsident Peter Mertes sprach von "gut angelegten Steuergeldern in Ehrang". "Andere Maßnahmen werden auch noch verwirklicht", deutete er die dringend geforderte Ortsumgehung und Gestaltung des Mühlengeländes an, ohne konkret zu werden. Nach den Ansprachen von Baudezernent Peter Dietze ("Das Werk kann sich sehen lassen, Außenanlagen werden in der besseren Jahreszeit hergestellt") und Ortsvorsteher Günther Merzkirch ("Eine Begegnungsstätte wird immer wichtiger für das Gemeinschaftsgefühl") wurde das Gebäude von Pastor Johannes Mohr und Pfarrerin Vanessa Kluge eingesegnet. Musikalisch begleiteten das Blasorchester Ehrang unter Leitung von Andreas Kallenborn, das Da Capo-Orchester mit Hans-Karl Daus und Adelheid Steines die zweistündige Veranstaltung. An einem Dorfabend oder Haus der offenen Tür wird die Bevölkerung Gelegenheit zur Besichtigung des Bürgerhauses erhalten. Termin wird bekannt gegeben.

Mehr von Volksfreund