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Ein Hoch auf die gute alte Mosel

Ein Hoch auf die gute alte Mosel

Mit Kabarett-Aufführungen bei Sonderausstellungen will sich das städtische Museum Simeonstift neue Zielgruppen erschließen. Den Anfang machten am Samstag Kabarettist Till Reiners und Regisseur Roman Schmitz, passend zur Sonderausstellung "2000 Jahre Schifffahrt auf der Mosel".

Trier. Der erste Glückwunsch kam aus dem Munde von Ministerpräsidentin Malu Dreyer: "Ich gratuliere der Mosel zum 100 000. Geburtstag." Nanu, wie datiert man den Geburtstag eines Flusses?
Für Till Reiners ist nichts leichter als das: "Ganz tief unten, da gibt es ganz altes Wasser. Und damit lässt sich das Alter des Flusses mit wissenschaftlichen Methoden ganz leicht datieren..."
Das Publikum lacht, und Roman Schmitz nimmt den Faden auf. Das Alter des Flusses sei ganz eng mit Trier verbunden, denn auch für die Stadt sei die Zahl 100 000 eine ganz bedeutsame: "Schon seit Jahren kämpft Trier um seinen Ruf als Großstadt. Weniger als 100 000 Einwohner dürfen es nicht werden."
Geschickt binden Schmitz und Reiners interessante Informationen über die Mosel in ihren knapp eineinhalbstündigen Vortrag ein. Beispiel: die Mosel in der Kunst. Die beiden Kabarettisten werfen Fotos von Gemälden an die Wand und stellen schelmisch die Frage nach Epoche, Stilrichtung und Inhalt. Bereitwillig lässt sich das Publikum darauf ein, stellt so unter Beweis, dass die Vermittlung von ernsthaften Inhalten auch Spaß machen kann.
Neue Zielgruppen im Visier


Und genau das ist es, worauf Museumschefin Elisabeth Dühr und ihr Team abzielen: "Wir wollen uns neue Zielgruppen erschließen", sagt Dühr. Ihre Mitarbeiterin Kathrin Schug präzisiert: "Wir wollen Schwellenängste abbauen, wollen unter Beweis stellen, dass wir kein elitärer Zirkel, sondern ein Museum für alle Bürger sind."
Denn bei allem Ernsthaftem, das es im städtischen Museum zu sehen gebe, gebe es auch viele schöne und humorvolle Geschichten, die nur darauf warteten, in der richtigen Form erzählt zu werden.
Schug lupft für den Trierischen Volksfreund auch ein wenig den Schleier, der noch über den Zukunftsprojekten hängt: "Bei der Sonderausstellung über Kaiser Nero bietet sich sicherlich erneut eine solche kabarettistische Veranstaltung an."
Die rund 50 Gäste, die am Samstagabend die Premiere miterlebten, werden dann womöglich wieder mit dabei sein. Denn der anhaltende Applaus am Ende des Abends war weit mehr als ein höfliches Dankeschön.
Wer am Samstag keine Zeit hatte, bekommt noch eine Chance: Am morgigen Dienstagabend steigt die große Geburtstagsparty "100 000 Jahre Mosel" mit Till Reiners und Roman Schmitz um 19 Uhr ein weiteres Mal für 50 Gäste im städtischen Museum Simeonstift. flo