Ein Jahr als Königin

Noch ein paar Wochen repräsentiert Lena Endesfelder aus Mehring als 68. Deutsche Weinkönigin weltweit die 13 heimischen Anbaugebiete. Uns hat sie ihre Erlebnisse erzählt.

Mehring Der 30. September 2016 wird für Lena Endesfelder für immer ein besonderer Tag bleiben. Denn es war der Tag, an dem sie zur 68. Deutschen Weinkönigin gewählt wurde. Mit fundierten Kenntnissen in Oenologie, Kellertechnik, aber auch Schlagfertigkeit, Beredsamkeit und Charme sowie Fremdsprachenbeherrschung und Exportwissen setzte sie sich durch und wurde für ein Jahr die Repräsentantin des deutschen Weines.
Und wie bekommt sie ihr Amt mit allen anderen Dingen unter einen Hut? "Mehr als 200 Termine im Königinnenjahr, die Familie, das Weingut und mein Hobby, die Winzertanzgruppe, erforderten eine umsichtige Planung, ein straffes Zeitmanagement und eine sehr gute Organisation", erklärt Lena Endesfelder. "Dank meiner Familie und unserer Mitarbeiterin sieht der Weinberg gut aus, und wenn kein Schaden durch schwere Unwetter und Hagel kommt, können wir mit einem guten Jahrgang rechnen."
Ihre Reisen führten sie nach Kanada, Japan, Argentinien, Uruguay, Norwegen, Schweiz, Frankreich, Polen und natürlich in die 13 deutschen Weinanbaugebiete. Sie repräsentierte auf großen internationalen Weinmessen die deutschen Weine in ihrer Vielfalt. Besonders die Japaner hätten sie beeindruckt, sagt sie, denn diese seien unglaublich freundlich und sehr interessiert an Deutschland und seinen Weinen. In Tokio und Toronto hielt Endesfelder auch Seminare. Ihr Fazit: "Auf meinen Reisen habe ich sehr viele neue und interessante Menschen kennengelernt und ich bin überzeugt, jeder Mensch, der Wein trinken möchte, findet in Deutschland den Wein, der ihm schmeckt, weil wir so vielfältig aufgestellt sind."
Am 23. September wird Lenas Nachfolgerin gewählt. Für ihre Mutter Cordula Endesfelder war es ebenfalls ein aufregendes Jahr. Sie sagt: "Vor der Wahl war die Anspannung riesengroß, ob Lena es schaffen wird. Es war ein sehr emotionaler Moment, als ihr Name als 68. Deutsche Weinkönigin verkündet wurde. Das Glücksgefühl, die Welle der Begeisterung hat uns einfach mitgezogen. Unser ganzes Dorf und die Umgebung nahm Anteil und begrüßte uns enthusiastisch, als wir aus Mainz nach Mehring zurückkamen."
Damit die Sehnsucht nicht allzu groß wird, ließ Lena die zu Hause Gebliebenen an ihren Reisen teilhaben. Ihre Mutter sagt: "Ich bin so stolz, wie Lena für alles Erreichte kämpft. Es ist eine tolle Leistung, den Betrieb zu führen, die Energie zu haben und nach dem Schicksalsschlag, als der Papa im Weinberg tödlich verunglückte, das alles zu stemmen und positive Energie daraus zu ziehen." Lena glaubt, dass ihr Vater von irgendwo da oben zuschaut und bei ihr ist.

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