Ein Kind im Spielzeugladen

Der bekannte Fernseh-Komödiant Ralf Schmitz hat im Rahmen seiner Tournee in der Europahalle in Trier sein neues Bühnenprogramm "Verschmitzt" vorgestellt.

Trier. Einmal nachts im Kaufhaus eingesperrt sein, dort tun und lassen, was man will - diesen Kindertraum ließ Komiker Ralf Schmitz vergangenen Mittwoch für sich und seine Zuschauer wahr werden. Dementsprechend bunt und aktiv ging es in seinem Programm "Verschmitzt" in der Europahalle zu, womit er genau den Nerv des Trierer Publikums traf.Dabei zeigte sich deutlich Schmitz' großes Improvisationstalent, das er bereits in Fernsehformaten wie der "Schillerstraße" erprobt hat. Ob er nun den Tagesablauf eines Zuschauers erraten sollte, sich als starre Schaufensterpuppe ausgab, die bewegt werden musste, oder ein Hörspiel nachahmte: Der Entertainer wusste jeden Zuruf, jede Mimik und auch jeden Namen blitzschnell zu verarbeiten und bei Bedarf wieder abzurufen. Dabei bediente sich Schmitz, ganz wie ein Kind im Spielzeugladen, am Publikum - dieses opferte sich aber gerne und zeigte, genau wie der Comedian selbst, mitunter einen ordentlichen Hang zur Selbstironie.Doch der erklärte Katzenliebhaber bot nicht nur derartige Spiele und Aktionen, sondern überraschte vor allem in seinen alleine vorgetragenen "Stand-Up"-Teilen. Dabei kamen Schmitz sowohl sein Gefühl für Timing als auch sein schauspielerisches Talent zugute. Er imitierte seine lebenden und verstorbenen Entertainer-Kollegen, als frustrierte "Ken"-Puppe wetterte er gegen seine Unterdrückung in der von Frauen dominierten "Barbie"-Welt, und seine 23 Jahre alte Katze nahm einen so großen Stellenwert ein, dass sie fast schon zur Vertrauten wurde. Nicht einmal Adolf Hitler war vor seiner spitzzüngigen Karikatur sicher - eine heikle Aufgabe, die der charmante Rheinländer mit Bravour meisterte.Mit dieser Vielfalt, vollem Körpereinsatz und dem Fehlen jeglicher Scheu zog Schmitz das Publikum komplett auf seine Seite. Und so machte es allerlei Dummheiten mit, johlte vor Lachen und bedachte den Komiker schließlich mit lang anhaltendem, stürmischem Beifall. Eine abschließende Autogrammstunde machte den Abend perfekt. "Hoffentlich werde ich euch eines Tages wiedersehen", verabschiedete sich Schmitz. Wenn es nach dem Trierer Publikum geht, wird sich sein Wunsch sicher erfüllen.

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