Ein Leben im Sattel

Für Bernd Alt sind Pferde gleichberechtigte Partner und keine Sportgeräte. Der 51-jährige Speditionskaufmann aus Wiltingen an der Saar ist Vorsitzender des Reit- und Zuchtvereins Herresthalerhof, der am Wochenende sein 20-jähriges Bestehen feiert. In der TV-Serie "Mein Verein" erzählt er, wieso er seine Freizeit am liebsten im Sattel verbringt.

Ich bin jeden Tag auf dem Reiterhof in Herresthal. Außerdem verbringe ich fast jedes Wochenende mit meinem Pferd Raffael in der Natur. Dort haben wir unsere Ruhe. Dabei kann ich einfach am besten von der Arbeit abschalten.
Zum Glück nehmen es mir meine Frau und meine beiden Töchter nicht übel, dass ich so viel Zeit im Verein und auf dem Pferd verbringe.
Vor zehn Jahren bin ich in den Verein eingetreten. Vorher hatte ich hier nur mein Pferd zur Pension in einer Box untergebracht.
TV-Serie Mein Verein


Die Gemeinschaft unter den Vereinsmitgliedern ist außerordentlich. Am Wochenende gehen wir oft zusammen wanderreiten. Dabei verbringen wir den ganzen Tag im Sattel, müssen viel Gepäck mitnehmen, und manchmal geht es querfeldein durchs Gestrüpp. Da kommt man zu Aussichtspunkten, die man mit dem Auto oder Fahrrad nicht erreichen kann.
Unser Verein heißt zwar Reit-und Zuchtverein, aber mit der Zucht haben wir hier schon vor vielen Jahren aufgehört, weil es zu aufwendig war. Das Reiten macht uns genug Spaß.
Zum ersten Mal auf dem Pferd gesessen habe ich mit zehn Jahren. Damals hatte mir meine Mutter zum Geburtstag eine Zehnerkarte für den Reitunterricht geschenkt.
Im vergangenen Jahr, im Alter von 50 Jahren, habe ich mir einen Traum erfüllt: Ich habe mir ein ganz besonderes Pferd gekauft, einen Paso Peruano. Das Pferd habe ich mir aus Texas einfliegen lassen - über Geld spricht man ja bekanntlich nicht.
Hoch zu Ross nach Franken


Die Rasse kommt ursprünglich aus Peru und hat einen ganz weichen Gang. Als Reiter spürt man kaum Erschütterungen im Rücken. Mein Paso Peruano heißt Raffael, kurz Raffi. Raffi ist ein Wallach und absolut brav und folgsam.
Wenn ich in sieben Jahren in Rente gehe, habe ich vor, von hier nach Franken in meine alte Heimat zu reiten - frei Schnauze. Mit einem Pferd kommt man ja immer unter, die meisten Leute sind aufgeschlossen. Man kann es in einer guten Woche schaffen, aber Raffi und ich werden es gemütlich angehen. Dann bin ich ja Rentner und habe die Zeit dafür."
Aufgezeichnet von Christian Moeris

In unserer TV-Serie "Mein Verein" lassen wir Sie, liebe Leserinnen und Leser, zu Wort kommen. Jeden Mittwoch stellen wir einen Verein aus der Perspektive eines Mitglieds vor. Dazu gibt es die wichtigsten Daten in Kurzform. Sie wollen Ihren Verein vorstellen? Schreiben Sie uns eine E-Mail an trier@volksfreund.de
Extra

Der Reit- und Zuchtverein Herresthalerhof e. V. feiert am Wochenende sein 20-jähriges Vereinsbestehen im Reitstall in Herresthal, Herresthal 16, bei Trier-Euren. Am Samstag, 16. Juni, ab 19.10 Uhr lädt der Verein zu Livemusik, Spanferkel und Hufeisenwerfen ein. Am Sonntag, 17. Juni, gibt es ein Frühschoppenkonzert mit dem Musikverein Pluwig sowie ein Nachmittagskonzert mit dem Musikverein Korlingen. cmo