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Ein Leben zwischen den Welten

Ein Leben zwischen den Welten

TRIER. Auf der anderen Seite der Erde hat Miranda Konstantinidou vor vier Jahren ihr neues Zuhause gefunden. Die gebürtige Griechin, die in Trier studierte und hier ihre Schmuckmarke Konplott gründete, lebt auf den Philippinen. Dort entwirft und produziert sie ihre Designerstücke.

Meer, Sonne und Palmen: Miranda Konstantinidou arbeitet und lebt dort, wo andere Menschen ihren Traumurlaub verbringen. Die Schmuckdesignerin hat im Jahr 2000 ihre Produktion - und nach anfänglichem Pendeln auch ihren Lebensschwerpunkt - von Trier auf die Insel Cebu verlegt. "Ich werde dort gebraucht", sagt sie. 800 Mitarbeiterinnen beschäftigt sie auf den Philippinen. Zwar würde man in Miranda Konstantinidou mit den streng nach hinten gebundenen Haaren und der Brille, über die sie blickt, eine strenge Chefin vermuten. Doch macht sie den ersten Eindruck gleich mit ihrer lebhaften Art wett. Gestikulierend, mit heiserer Stimme und ihrem Lachen verströmt sie vom ersten Moment an gute Laune. Die 46-Jährige spricht schnell, ohne Hast zu verbreiten. Und genau in der gleichen Weise scheint sich ihr Leben abzuspielen. Immer neue Kollektionen drängen, doch hat sie auf den Philippinen Zeit und Muße für ihre Arbeit gefunden. "Auch wenn es mal stressig ist, bewegen sich die Menschen dort sehr langsam. Am Anfang bin ich fast durchgedreht", erzählt sie.Immer noch mit Trier verwachsen

Nach Trier, wo sie ihren ersten Schmuckladen eröffnete, kommt sie noch immer drei bis viermal im Jahr. "Ich bin sehr verwachsen mit dieser Stadt. Es leben viele meiner Freunde hier." Auch ein Abstecher zum Vertrieb ihrer Firma, der in Luxemburg sitzt, steht dann auf dem Programm. Von einem Ort zum nächsten - das gehört für Miranda Konstantinidou schon seit Kindestagen an zum Leben. Als sie zweieinhalb Jahre alt war, kamen ihre Eltern von Griechenland nach Deutschland. "Mein Vater war Arzt und wollte sich spezialisieren. Wir sind immer wieder umgezogen." Zum Modedesign-Studium verschlug es sie - nachdem sie in Italien Modegrafik gelernt hatte - nach Trier. Hier gründete sie 1986 ihre Firma Konplott. Eigene Läden auf der ganzen Welt

Zunächst zog sie über Messen, um ihren Modeschmuck an die Frau zu bringen. Inzwischen finden sich auf der ganzen Welt eigene Läden und Handelspartner. Gerade feierte ihr Unternehmen in Köln mit einem Fest das 20-jährige Bestehen. "Ich habe meinen Schmuck an den Frauen dort gesehen, und ich war so glücklich darüber." Das gleiche Gefühl dürfte sie beim Anblick ihres Bildbands haben. Darin hat sie zum Jubiläum Portraits von 300 Frauen zusammenstellen lassen, die ihr jeweiliges Lieblingsschmuckstück von Miranda Konstantinidou tragen. "Ich habe mir zwei Tage freigenommen. Ich wollte Zeit haben, diesen Geburtstag zu empfinden", erzählt sie. "Ich habe ein schnelles Leben und kann dadurch vieles zunächst einmal gar nicht richtig fühlen."Der Tag beginnt um vier Uhr

Auf Cebu, wo Miranda Konstantinidou mit ihrem frisch angetrauten Ehemann gleich neben ihrer Manufaktur lebt, beginnt ihr Tag um vier Uhr morgens mit der Arbeit an den Entwürfen. In der Frühe findet sie die nötige Ruhe. Sie fühlt sich wohl auf den Philippinen. "Nur ein paar Abstecher mehr nach Deutschland würde ich mir wünschen." Reisen gehört zu ihrem Leben, sei es der Besuch der Mutter in Griechenland oder die Besichtigung eines neuen Ladens - wo auch immer auf dieser Welt. "Eigentlich bin ich ja eine Dorfpomeranze", sagt sie lachend. "Denn ich reise nur dorthin, wo ich bereits jemanden kenne. Und wo mein Schmuck ist, finde ich sowieso ein Stückchen Heimat."