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Ein Lehrer mit Hang zum Wasser

Ein Lehrer mit Hang zum Wasser

Wer sich in Deutschland zum Piloten auf einem Wasserflugzeug ausbilden lassen möchte, kommt an Föhren nicht vorbei: Der dort ansässige Norbert Klippel ist der einzige Lehrer im Land für diese Art der Fliegerei.

Föhren. In Lieser geboren und aufgewachsen in Maring-Noviand hat Norbert Klippel schon als Kind begeistert die Doppeldecker mit den Werbebannern am Heck über den Weinbergen beobachtet. "Ich wusste, ich wollte fliegen lernen", erzählt er. Wegen einer Farbsehschwäche durfte er keine Jets bei der Bundeswehr fliegen. Er erwarb deshalb die Privatpilotenlizenz und die Lehrberechtigung für Privatflugzeug-Piloten.
Mit einem Freund gründete der gelernte KFZ-Mechaniker mit Meisterprüfung während der Wehrdienstzeit eine Ausbildungsstätte mit der Fachrichtung "zu Land, zu Wasser und in der Luft". In dieser Zeit erwarb der Vater von zwei Söhnen in Kanada die Ausbildungsberechtigung für Wasserflugzeuge. In Maring-Noviand bildete Klippel auf Landfahrzeugen aus, in Bernkastel-Kues bot er die Ausbildung für Sportboot-Führer an, weil er "schon immer einen Hang zum Wasser" hatte. Gleichzeitig arbeitete er als Fluglehrer des Fliegerclubs Trier und spezialisierte sich auf die Ausbildung von Fluglehrern. 1997 baute er im Industriepark in Föhren eine Flugzeughalle und verlegte seine 1995 gegründete Flugschule dorthin. In Italien, Finnland und den USA sammelte er Flugerfahrung mit Wasserflugzeugen. 2001 erhielt er die Genehmigung zu Wasserungen auf der Mosel.
Menschen ganz nah


Klippel darf als einziger in Deutschland Prüfungen auf Wasserflugzeugen abnehmen. "Um eine solche Maschine zu steuern, braucht man im Binnenland den Sportbootführerschein Binnen", erklärt er. Neben der Flugschule betreibt er bis heute seine Fahrschulen für Land- und Wasserfahrzeuge. Seine 30 Jahre alte Piper P 18, von ihm zum Wasserflugzeug umgebaut, diente viele Jahre in Kanada als Agrarflugzeug. Eine Zusatzausbildung auf Wasserflugzeugen dauert zwei bis drei Tage, wobei 30 bis 50 Starts und Landungen geübt werden. Im letzten Jahr meldeten sich 55 Piloten zur alle zwei Jahre fälligen Lizenzverlängerung und 30 zur Neuerwerbung der Lizenz. Da man diese zwischen Italien und Finnland nur an der Mosel bei Norbert Klippel bekommen kann, kommen die Interessenten aus ganz Europa.
An zehn Stellen darf derzeit auf Mosel und Saar gestartet und gelandet werden. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Staustufen, weil dort ausreichend Platz für eine Landestrecke von 150 und eine Startstrecke von 500 Metern ist. Im Sommer erwartet Klippel einen besonderen Höhepunkt: Das erste Ultraleichtflugzeug, das ihm ebenso gehört wie die P 18, soll auf der Mosel zum Einsatz kommen. Dieses besonders kleine und leichte Fluggerät wurde bereits mit Schwimmern versehen und wartet im Flugzeughangar auf seinen Einsatz. Ab 2012 sollen auch Rundflüge damit angeboten werden. wn