Ein leicht amüsierter Blick ins rätselhafte Gemüseglück der Trierer Stadtverwaltung

Ein leicht amüsierter Blick ins rätselhafte Gemüseglück der Trierer Stadtverwaltung

Monster meiden Rathausgarten - Mit dem Projekt "Essbare Stadt" fordert die Verwaltung die Trierer auf, die Früchte der Bürgergärten zu ernten. Einer liegt direkt am Rathaus - und wird von der aktuellen Schneckenplage rätselhafterweise komplett verschont.

Trier. Kopfsalat, Endivien, Rotkohl, Möhren, Tomaten, Gurken, Quitten, Äpfel und vieles mehr grünt und sprießt im Kräutergarten vor dem Trierer Rathaus. Und zwar so üppig, kräftig und ordentlich in Reih' und Glied, dass so mancher Hobbygärtner zweimal hinguckt. "Ernten ausdrücklich erlaubt!", fordert die Stadtverwaltung die Trierer auf. Noch sind die Salatköpfe dafür allerdings noch nicht groß genug und die Früchte an den Obstbäumen noch nicht reif.

Das Rathausbeet ist Teil des Projekts "Essbare Stadt", ins Leben gerufen von Ex-Oberbürgermeister Klaus Jensen. Etliche weitere Bürgergärten gehören dazu. Zum Beispiel die Hochbeete im frei zugänglichen Garten des Stadttheaters, in Paulin- und Brückenstraße, auf dem Viehmarktplatz oder der Tufatopolis-Gemeinschaftsgarten auf dem Tufa-Gelände in der Wechselstraße. Noch bis zum 9. September präsentiert der Verein Lokale Agenda 21 zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Urbanes Gärtnern die Essbare Stadt Trier in einer Ausstellung im Ausstellungskiosk "Bühne" auf dem Grünstreifen der Südallee/Ecke Saarstraße - inklusive öffentlicher Erntetreffen.

Bleibt die Frage, warum die Salatblätter im Kräutergarten vorm Rathaus so schön gedeihen, offenbar unberührt von der Schneckenplage, die allüberall die Gemüsegärten heimsucht und für leergefutterte Beete sorgt. Absammeln, zerhacken, Bierfallen oder gar Schneckenkorn? Welchen Tipp hat die Stadtverwaltung für unversehrtes Gemüseglück? Die Antwort aus dem Grünflächenamt: "Keinen! Wir unternehmen nichts gegen Schnecken."
Warum die gefräßigen Monster, die andernorts in Trier schon so manchen Gartenbesitzer zu nächtlichen Hackebeil-Attacken auf die nimmersatten Weichtiere verleitet haben, ausgerechnet das Rathausbeet verschonen? Die Antwort liegt irgendwo da draußen.

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