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Ein Lied für die Mutti

TRIER. (cofi) Die Bau- und Vermietungsgenossenschaft Trier (BVT) wurde 1931 gegründet. Das 75-jährige Bestehen feierten Vorstand und Aufsichtsrat mit Mitgliedern und Ehrengästen im Mercure Hotel. Als Stargast überraschte ein prominenter Ex-Bewohner die Feiernden. Horst Köhler als sein alter ego Guildo Horn sorgte für musikalische Unterhaltung.

"Hallo Mutti", begrüßte Guildo Horn alias Horst Köhler seine Mutter Lotti Köhler, die noch heute in einem Genossenschaftshaus im Schatten des Moselstadions lebt. Dort, im Trierer Nordviertel, ist er aufgewachsen, und aus alter Verbundenheit tanzte der Tausendsassa wieder einmal in Trier. In Begleitung von August Schrader sang er im samtigen Blümchenanzug neben dem Lied für Mutti einige seiner Hits, "Wunder gibt es immer wieder" oder "Café Oriental", nun als Geburtstagsständchen für die BVT. Den Umzug von Haus Nummer 65 nach 77 b habe er noch gut in Erinnerung, verriet er. Die Geschichte der BVT haben die Brüder Franz (67) und Heinz May (72) in einer Chronik aufgeschrieben, die die Genossenschaft als Geschenk an alle Mitglieder verschickte. "Als Kinder haben wir noch nicht verstanden, was die Genossenschaft bedeutet. Was wir aber verstanden haben, war eine Hausgemeinschaft, wie es sie sonst nicht gab. Unser Wohnviertel in und um die Zeughausstraße wurde" in den 1930er-Jahren als der ,rote Ecken' bezeichnet", sagen die Brüder. Der Zusammenhalt habe sogar bis in die Evakuierung nach Thüringen 1944 gehalten. Das Wohnen innerhalb einer Genossenschaft sei heute kein Auslaufmodell und neben "dem Wohnen zur Miete oder im Eigentum nicht nur der dritte Weg, sondern eine intelligente Alternative", erklärten Burghard Schneider, Direktor des Verbandes der Wohnungswirtschaft Rheinland Westfalen, und Albrecht Huber, Vorstandsvorsitzender der BVT. Das Geschäftsmodell genossenschaftlichen Lebens biete neben einer Wohnung ein zusätzliches Leistungspaket. Oberbürgermeister Helmut Schröer lobte die genossenschaftlichen Aktivitäten der BVT, die nach der Gründung 1931 und nach dem Zweiten Weltkrieg dafür sorgte, dass die Stadt Richtung Norden wuchs und neue Häuser in einer Zeit der Wohnungsnot gebaut wurden. Vor allem die Eigeninitiative der Genossenschaften sei eine zukunftsträchtige Idee.