Ein Nadelöhr zum Pokalspiel

Um den Einzug ins DFB-Pokal-Viertelfinale spielt die Trierer Eintracht am nächsten Dienstag gegen Köln. Programmiert ist ein Verkehrs-Infarkt. Denn ab morgen ist die Zurmaiener Straße in Stadionnähe stadtauswärts voll gesperrt.

Sperrung zum Spiel: Zum Pokalspiel der Trierer Eintracht gegen Köln kommende Woche droht ein Verkehrs-Chaos. TV-Foto: Archiv/Cordula Fischer

Trier. "Das kann doch nicht wahr sein!" Dirk Jacobs, Geschäftsstellen-Leiter der Eintracht, ist entsetzt. Denn dass die Zurmaiener Straße zwischen Einmündung der Alten Zurmaiener Straße und der Zeughausstraße - und damit bis kurz vors Stadion - ab morgen voll gesperrt wird, hat er bis zum gestrigen Anruf des TV nicht gewusst. Wegen Asphalt-Arbeiten wird der stadtauswärts fahrende Verkehr dort bis Ende nächster Woche einspurig auf die Gegenfahrbahn umgeleitet, die stadteinwärts führende Fahrbahn dazu auf eine Spur verschmälert.

Dabei staut sich der Verkehr auf der Hauptein- und -ausfallstraße Triers auch so schon täglich zur Stoßzeit zwischen 16 und 18 Uhr. Mit Pokalspiel, das um 19 Uhr beginnt, und Vollsperrung werden die Autos wohl bis weit die "Bitburger" hinauf und möglicherweise bis auf die Autobahn stehen. "Am Dienstag wird ganz Deutschland nach Trier schauen - und die Stadtverwaltung hat nichts Besseres zu tun als für Verkehrs-Chaos zu sorgen", schimpft Jacobs.

"Ganz so dramatisch wird es nicht werden", wiegelt Ralf Frühauf ab. "Im vollen Bewusstsein" des Pokalspiels habe das Tiefbauamt die Vollsperrung geplant. Die Bauarbeiten aufzuschieben sei unmöglich. Schließlich werde die Zurmaiener Straße in drei Abschnitten ausgebessert, "und bis zum vorweihnachtlichen Einkaufsverkehr müssen wir damit fertig sein".

Auch die Polizei bemüht sich um Gelassenheit: "Wir werden unseren Einsatz auch hinsichtlich dieser besonderen Verkehrssituation planen", verspricht Polizei-Sprecher Reinhard Rothgerber. Allen Fans empfiehlt er allerdings wärmstens den Umstieg auf Bus und Bahn.

Tatsächlich haben Eintracht und Stadtwerke einen Bus-Shuttle eingerichtet: Im Fünf-Minuten-Takt pendelt der vom Nikolaus-Koch-Platz und von der Loebstraße aus zum Stadion. Zumindest den Rückstau auf der B 51 mindert das allerdings nicht. Und dass die etlichen Gäste-Busse, die die Köln-Fans direkt vorm Stadion aussteigen lassen, durchs Nadelöhr müssen, und dass die gut 40 Parkplätze entlang des gesperrten Straßenabschnitts wegfallen, verschärft die Situation noch mal.

Jacobs ist sich sicher: "Viele Fans werden mit Verspätung zum Spiel kommen und deswegen aggressiv sein - die Baustellen-Planung der Stadt ist unverantwortlich."

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Mehr zum Pokalspiel der Trierer Eintracht im Sport auf Seite 17.



Meinung

Bewusst das Chaos riskiert

Nicht nur die Eintracht, auch die Polizei hat erst am gestrigen Montag von der Vollsperrung der Zurmaiener Straße in direkter Stadionnähe erfahren. Dabei ist die Stadt "im vollen Bewusstsein" die Terminkollision mit dem Pokalspiel eingegangen. Selbst wenn das zutrifft: Dass die absolut notwendigen Absprachen mit Verein und Polizei ausgeblieben sind, ist unverantwortlich. So war zum Beispiel bis gestern vorgesehen, den Bus-Shuttle von Trier-Nord aus über die Zurmaiener Straße zu leiten, jetzt müssen Eintracht und Stadtwerke eine neue Route über die Franz-Georg-Straße planen. Die Trierer Fans können sich auf das Verkehrs-Chaos einstellen. Aber wer sich am Dienstag in Köln erst nach 15 Uhr ins Auto setzt, der könnte den Anpfiff verpassen - und entsprechend mies gelaunt die Stimmung beim Trie rer Fußball-Fest verderben. c.wolff@volksfreund.de