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Ein neues Quartier für Alt-Kürenz: Industriebrache Walzwerk: Gutachten soll Lösungen für Verkehr und Lärmbelastung bringen

Ein neues Quartier für Alt-Kürenz: Industriebrache Walzwerk: Gutachten soll Lösungen für Verkehr und Lärmbelastung bringen

Nah zum Hauptbahnhof, zur Altstadt, zur Autobahn und zu den Höhenstadtteilen - und mitten im gewachsenen Wohngebiet. Dazu der besondere Charme alter, gut erhaltender Industriegemäuer: Das Areal des ehemaligen Walzwerks in Alt-Kürenz hat Potenzial. Was könnte auf der gut vier Hektar großen Fläche entstehen?

Trier. Besitzer und Investor der Industriebrache Walzwerk mitten in Alt-Kürenz ist die Trierer Baugesellschaft Triwo. Deren Pläne für das Gelände hatte der TV im Februar vorgestellt (siehe Extra). Die Stadtverwaltung ist mit den Vorhaben der Triwo grundsätzlich einverstanden. "Insbesondere zu begrüßen ist die Absicht zum Erhalt eines Teils der gestalterisch wertvollen ehemaligen Industriehallen", heißt es in der städtischen Stellungnahme zur Aufstellung eines Bebauungsplans. Den Rahmenbedingungen für die Erarbeitung eines solchen soll der Ortsbeirat Kürenz bei seiner Sitzung am heutigen Dienstagabend zustimmen.
Der Bebauungsplan soll folgende Fixpunkte regeln:
Entstehen soll eine Mischung aus Handwerk, Dienstleistungen, Kultur und Gastronomie sowie Wohnungsbau. Der Flächenanteil für Nicht-Wohngebäude soll dabei 40 Prozent betragen.
Sogenannte Vergnügungsstätten sowie Bordelle und bordellähnliche Nutzungen sind nicht erlaubt.
Entlang der Bahnlinie muss für Schallschutz gesorgt werden, möglichst durch ein abschirmendes Gebäude, etwa eine Quartiersgarage.
Das Wohngebiet selbst muss durch verkehrsberuhigte Straßen erschlossen werden.
Mindestens 25 Prozent der neuen Wohnungen müssen als sozial geförderte Mietwohnungen (Sozialwohnungen) gebaut werden.
Etwaige neue Einzelhandelsansiedlungen dürfen nicht in nachteilige Konkurrenz zum Innenstadtzentrum und zum an der Schönbornstraße geplanten neuen Einkaufszentrum treten.

Doch nicht nur die Entwicklung des Geländes selbst soll der Bebauungsplan regeln: Per Gutachten soll geklärt werden, wie das Gelände am besten für den Verkehr erschlossen werden kann. Geprüft wird, ob das Gelände wie bislang über die Brühlstraße zugänglich bleibt oder ob eine andere, größere Lösung gefunden wird - möglicherweise von der Domänenstraße aus, etwa auf Höhe der dortigen Sparkassenfiliale.
Mit ersten Ergebnissen der Untersuchungen rechnet die Stadt noch Ende des Jahres. Mitte 2017 könnte ein erster Entwurf des Bebauungsplans stehen, der dann öffentlich diskutiert werden soll. Ende 2017 könnte - laut Stadtverwaltung - der Bebauungsplan vom Stadtrat abgesegnet und damit rechtskräftig werden.Extra

Das Walzwerkgelände könnte nach Vorstellungen der Triwo zum festen Zweitstandort des Stadttheaters werden: Ein Gebäude hat das Theater bereits angemietet als Probebühne und Ballettsaal. Die hintere der beiden großen Produktionshallen ist von der Triwo für eine neue Studiobühne, Werkstätten und Kostümlager reserviert. Die vordere Halle könnte in der Mitte geteilt und der vordere Teil gastronomisch genutzt werden. Das zur Bahnlinie gelegene Gebäude könnte etwa zur Sporthalle werden, die Skaterszene könnte dort ihre neue Heimat finden. Außerdem sollen auf dem Gelände 80 bis 100 Wohnungen entstehen, zum Teil in bestehenden Gebäuden, zum Teil in Neubauten. "Einige der alten Gebäude haben wir schon abgerissen und mit der Renovierung der Gebäude, die bestehen bleiben, begonnen. Ob das Theater dann tatsächlich auf unser Gelände zieht, müssen wir einfach weiter abwarten", sagt Triwo-Chef Peter Adrian. wocExtra

Ein neues Quartier für Alt-Kürenz: Industriebrache Walzwerk: Gutachten soll Lösungen für Verkehr und Lärmbelastung bringen
Foto: TMVG

Vor der Sitzung des Ortsbeirats findet ab 19 Uhr für die Anlieger Im Avelertal Ost und der Balzstraße im Weingut Avelsbach eine Versammlung statt. Thema ist der durch die Umnutzung des Weinguts nötig gewordene Ausbau der Zufahrtsstraße, an der die Anlieger finanziell beteiligt werden sollen. woc